Neue Stücke
«Ein bleibendes Stück für die Theatergeschichte» möchte Peter Handke mit seiner im Jahr 1836 beginnenden Familiengeschichte «Immer noch Sturm» geschrieben haben. Und mindestens vier Stunden soll es dauern! Mal sehen, ob Dimiter Gotscheff diesen bescheidenen Wünschen bei seiner Uraufführung für die Salzburger Festspiele und das Hamburger Thalia Theater gerecht wird.
Vielleicht nicht für die Ewigkeit, aber dafür sehr deutlich fürs Jetzt geschrieben ist der Part, den Elfriede Jelinek für Karin Beiers «Lehrstunde» «Demokratie in Abendstunden» geschrieben hat: Es geht in «Kein Licht. Mehr nicht» um den Reaktorunfall in Fukushima. Aktuell auch Ulrich Rasches Chorabend in Stuttgart. «Der 30. September» 2010 war jener Abend, als Stuttgart-21-Demonstranten durch eine gewalttätige Wasserwerferattacke zum Teil schwer verletzt wurden. Die wahre Macht liegt heute bei der Wirtschaft, weiß der Stammtisch (und nicht nur der), «Money makes the world go round» beschäftigt Nora Mansmann in Braunschweig, «Goldherz» inszeniert Mareike Mikat. Dennis Kelly weiß das auch und zeigt in Basel im «King Lear» nachempfundenen «Die Götter weinen» die Nachfolgekämpfe um das Erbe eines Wirtschaftsmagnaten (R: ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute August/September 2011
Rubrik: Daten, Seite 79
von
Das Schlimmste, was beim Aufenthalt in einem Ferienresort passieren kann, ist Dauerregen. Man sitzt in einem trostlosen Bungalow auf weißen Plastikstühlen. Statt «anspruchsvoller Entspannung in der heißen City», wie im Urlaubskatalog versprochen, fröstelt man beim Blick auf den grauen Plattenbeton der Karl-Marx-Allee, während die Wassermassen an der Fensterscheibe...
Als wir im Sommer 1968 in unserem vollbepackten Citroën ID 19 über die Autobahn von Frankfurt nach Heidelberg fuhren, war ein stiller Jubel in Elisabeth und mir. «Jetzt fahren wir endlich zu uns», sagte Elisabeth lächelnd. Das Kind lag schlafend auf dem Rücksitz des Wagens, den wir für vierhundert Mark erstanden hatten, weswegen es auch eine seiner letzten Fahrten...
Juni 2010, «Der nackte Wahnsinn» von Michael Frayn, Premiere. Zweiter Akt, das Publikum sitzt auf der Bühne und blickt – immer dann, wenn die Türen in diesem Türenstück sich öffnen – von hinten durch die Bühne auf der Bühne in den leeren Zuschauerraum. Da sitzt ganz allein, als einzige Zuschauerin des Stücks im Stück, die Intendantin und Regisseurin des Abends. Die...
