Die Rehabilitation
Paulus Manker, Schauspieler und Theatermacher vor allem in Wien, ist seit dem umfassenden, mit Bildmaterial und Dokumenten reichlich ausgestatteten sowie kompetent kommentierten Theaterbuch über seinen Vater Gustav Manker auch ein passionierter Theaterhistoriker.
Ihn treibt die Frage, ob Theaterleute, die 1933 nicht gezwungen waren, ins Exil zu gehen, nur opportunistisch die Gunst der Stunde nutzten und gesinnungslos Karriere machen wollten, oder ob sie, besonders wenn sie weiterhin leitende Ämter innehatten, sich ihrer Verantwortung bewusst blieben und in ihrem Berufsalltag also nicht nur willige Vollstrecker nationalsozialistischer Programme und Anordnungen waren.
Gelang es zum Beispiel dem durchaus eigensinnigen, sich beharrlich auf seine Kompetenz berufenden Theatermann Walter Bruno Iltz, der bis 1937 Düsseldorfer Generalintendant war und nach dem «Anschluss» Österreichs an Nazideutschland zum Leiter des Wiener Volkstheaters bestimmt wurde, seine künstlerische Integrität zu bewahren? Obwohl er in einem Nürnberger Spruchkammerverfahren freigesprochen und ihm von den Alliierten eine mutige Haltung in der Judenfrage attestiert wurde, blieb an ihm nach 1945 der Makel haften, ein ...
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Theater heute Februar 2012
Rubrik: Magazin: Theatergeschichte, Seite 60
von Klaus Völker
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