Frisch gestrichen!

nach Shakespeare «Heinrich IVff.», Elfriede Jelinek «Prinzessinnendramen»

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Eigentlich ist das ja Etikettenschwin­del: Da wird im Programmheft die Uraufführung der Frank-Günther-Übersetzung von «Heinrich V.» angekündigt, und dann lässt die Strichfassung davon außer den erzählerischen Passagen des Chorus fast nichts übrig. Reklamieren will man trotzdem nicht, denn das Ganze fügt sich bemerkenswert schlüssig ein in eine Aufführung, die beweist, wie man durchs Weglassen gewinnen kann.

In nur vier Stunden gelingt der Marsch durch nicht weniger als sechs Shakespeare-Stücke. «Königsdramen: Heinrich IVff.

» heißt das Mittelstück der derzeit am Badischen Staatstheater entstehenden Rosenkriege-Trilogie, und hier erledigt Oberspielleiter Donald Berkenhoff den ganzen Stoff zwischen den beiden (separat inszenierten) Richard-Dramen in einem Aufwasch. Zwar schrumpft dadurch die Lebens- und Figurenprallheit der Dramen stark zusammen, doch ande­rerseits tritt das Leitmotiv von Machtgewinn und -verlust als (blut)roter Faden deutlich zutage. Und es gelingt sogar, diesen Mechanismus bloßzulegen, ohne die zentralen Figuren ihres Profils zu berauben.

So ist zum Beispiel Heinrich IV. (Stefan Viering) ein Patriarch alter Offiziersschule: Knorrig und knapp kommuniziert er mit seinem ...

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Theater heute Februar 2006
Rubrik: Chronik, Seite 40
von Andreas Jüttner

Vergriffen
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