Kiel Schauspiel
Er ist in der Stadt. Und zwar anonym. Der Revisor, ein Wirtschaftsprüfer. In Gogols Stück glauben ihn Dobtschinski und Bobtschinski identifiziert zu haben. Gleich zu Beginn. Und so führen sie die Dorfgemeinschaft auf eine falsche Fährte. Allein der Zuschauer ahnt den Irrtum und findet Gründe genug zum Amüsement.
Malte Kreutzfeldt hat Gogols Komödie in Kiel auf die Bühne gebracht.
Die Ansammlung von Vintage-Persern, ein blaugrünes Samtsofa und jede Menge Türen in Richtung Seitenbühne: Natürlich gilt es einige Nikolaus Porz’ reduziertes Setting könnte – wäre da nicht ein silbern glänzender Samowar – überall sein. Doch die Darsteller rücken an dem lauen Mai-Abend in voller Pelzmützenmantelmontur an und singen den Moskau-Hit von Dschinghis Khan. Es ist eine skurrile, eigensinnige Personage. Der Stadt–hauptmann (Werner Klockow) selbst hat Mühe, zu Gehör zu kommen. Auch weil das Mikrofon ihm einen ersten Slapstick-Streich spielt. Er will alle zur Räson rufen, zumindest so lange der Revisor vor Ort ist. Natürlich gilt es einiges zu vertuschen, vor allem den «ewig jammernden Mittelstand» – Klockows Blick gleitet durchs Parkett – zu beruhigen und dem vermeintlichen Revisor nur die ...
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Theater heute Juli 2012
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Katrin Ullmann
Oh, schau mal, wie süß», geht ein Raunen durchs Publikum. Die Lichtinseln der Kamera-Displays beginnen hellblau zu leuchten. Auf die Bühne tapsen drei siebenjährige Haselmäuse und lauschen unterm Papp-Haselnussbaum einigermaßen orientierungslos den vorproduzierten Märchen-Erzählstimmen aus dem Off. Total süß, wie sie das mit dem Tanz noch nicht so richtig auf die...
4./Mittwoch
20.15, ARD: Boxhagener Platz Spielfilm (2009) von Torsten Schulz,
mit Gudrun Ritter, Horst Krause, Michael Gwisdek, Jürgen Vogel,
Milan Peschel, Meret Becker u.a., Regie Matti Geschonneck
(vgl. TH 3/2010)
7./Samstag
10.15, 3sat: Live aus Klagenfurt: 36. Tage der deutschsprachigen Literatur Ingeborg Bachmann-Preis 2012. Lesungen und Diskussionen
23.15,...
Es ist vor allem seine Art zu sprechen, die in Erinnerung bleibt: weich und so freundlich, dass die Stimme heller wirkt, als sie ist, dazu der spezifisch münchnerische Einschlag. Rainer Werner Fassbinder erklärt politisch reflektiert, unprätentiös und so gar nicht enfant-terriblehaft, etwa, dass «antiteater», der Name seiner zweiten Truppe in München, «für eine...
