Den öffentlichen Raum neu denken
TH Sie alle hier am Tisch übernehmen in den nächsten zwei Jahren neue Theater, drei Schauspieltheater, die vor größeren Einschnitten stehen, als es übliche Intendantenwechsel sind. Aus ganz unterschiedlichen Gründen: Das Düsseldorfer Theater ist nach dem vorzeitigen Ende der Leitung von Staffan Valdemar Holm und zwei Interimsleitungen ziemlich am Boden; der Wechsel an der Berliner Volksbühne nach 25 Jahren Frank Castorf ist ohnehin eine Zäsur, und Matthias Lilienthal will an den Münchner Kammerspielen auch einiges anders machen.
Matthias Lilienthal Nein!
TH Aha, erstes Dementi. Trotzdem für uns die verbindende Frage: Was für unterschiedliche Formen von Theater kann man der guten alten Institution Stadttheater abtrotzen? Aus welchen Gründen und mit welchen künstlerischen Zielen? Um nicht gleich in die guten alten Strukturdebatten zu verfallen: Was sind ihre künstlerischen Ziele, welchen Ehrgeiz haben Sie, wohin wollen Sie mit Ihren Theatern?
Lilienthal Wir versuchen mit den Kammerspielen eine Fortsetzung der Arbeit von Frank Baumbauer und Johan Simons. Bei Baumbauer gab es ein sehr starkes politisch-soziales Engagement in die Stadt hinein, aber auch in den Inszenierungen. Johan ...
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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Stadttheater und Öffentlichkeit, Seite 52
von
A
Miguel del Arco
Helena – Plädoyer für eine Schlampe
(Theater Biel Solothurn)
Ayad Akhtar
Geächtet (Disgraced)
(Schauspielhaus Hamburg)
Mattias Andersson
Acts of Goodness
(Theater Radebeul Landesbühnen Sachsen)
B
Alexandra Badea
Zersplittert (Schauspielhaus Graz)
Brigitte Buc
Hundswetter (Komödie am Kurfürstendamm)
C
Pamela Carter
Was wir wissen (Theater...
Was ist das für ein System, in dem ein 50-jähriger Lichttechniker mit ‹Best Boy› angesprochen wird?», fragte einmal der Filmemacher David Mamet Hollywoods Filmindustrie. Was ist das für ein System, könnte man entsprechend die Städtischen Bühnen fragen, in dem eine 24-jährige Schauspielerin, die nach Abschluss ihres Studiums ihr erstes Engagement antritt, sich...
Ein ideales Ensemble wäre wie die perfekte Ehe: Ohne Eitelkeiten und übertriebene Ansprüche, hingebungsvoll und mit Leidenschaft bei der Sache, loyal und fürsorglich, vertraut und freundschaftlich, bis dass der Tod sie scheidet. Es wäre ein Ensemble, das keine Drehtage einfordert oder Urlaubsscheine einreicht, das sich nicht über Doppelvorstellungen oder...
