Mpumelelo Paul Grootbooms «Crudeland» mit Komi Mizrajim Togbonou (Janko Banda/Journalist), Lukhanyo Bele (Shado Katanga) und Janna Horstmann (Sally Kirkland); Foto: Birgit Hupfeld

Das neue Künstlertheater

Peter Carps erste Premierenserie am Theater Freiburg mit «Kirschgarten»-Bar, der Uraufführung von Mpumelelo Paul Grootbooms «Crudeland» und überarbeiteten Visitenkarten aus Oberhausener Bestand

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Es beginnt mit einer Pannenserie. Erst zerschellt in der Russendisko namens «Cherry Orchard» eine kirschrote Ballonlampe auf der verlassenen Tanzfläche. Dann verschüttet der aufgeschreckte letzte Gast am Tresen den Drink. Sein Glas klirrt, Barfrau Dunjascha resümiert: «Scheiße.» Womit das erste Wort am Theater Freiburg unter der Intendanz von Peter Carp nüchtern ausgesprochen ist.

Bringen Scherben Glück? Gebrauchen kann man’s.

So eine geballte Willkommenssalve, wie sie Carps Truppe auf das Freiburger Publikum losgelassen hat – von neun Premieren in drei Wochen bis zu kollektiven Warm-up-Aktionen mit der Choreografin Lisbeth Gruwez –, bestimmt ja nicht nur den ersten Eindruck, sondern das Repertoire der kommenden Monate. Das Schauspiel hat der 62-jährige Carp fast auf allen künstlerischen Positionen umbesetzt. Vom nunmehr 16-köpfigen Ensemble bringt der Intendant mindestens die Hälfte aus Oberhausen mit, dafür hat er nur drei aus dem alten Ensemble übernommen. 

Die ästhetische Sollbruchstelle ist damit klar markiert. Auf die Arbeit von Amtsvorgängerin Barbara Mundel, die am Haus mehrere Innovationsschübe auslöste, gelegentlich aber auch das Risiko unterschätzte, dass sich alle ...

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Theater heute Dezember 2017
Rubrik: Starts, Seite 38
von Stephan Reuter

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