Das Kettensägenmärchenmassaker

Claudia Bauer & The Ministry of Wolves nach Grimm und Anne Sexton «Republik der Wölfe»

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Das Blut spritzt in alle Richtungen. Schluchzend hält die junge Frau ihren Fuß der Säge hin, die sogleich ihren Dienst tut, wie man auf der großen Leinwand verfolgen kann. Als nächstes folgt ihre Hand, dann kommt die zweite junge Frau an die Reihe. Und das nur, um diesem durchgeknallten Popstar mit der verfilzten Turmperücke zu gefallen. Diese Splatterszene hat volkstümliche Wurzeln, denn auch die bösen Stiefschwestern im «Aschenputtel» schnitten sich Ferse und Zehen ab, um ihre Prinzessinnenkarriere zu befördern.

Claudia Bauers Märchenadaptionen im Thea­ter Dortmund sind nichts für schwache Nerven. Während die gewaltvollen Aspekte der Grimmschen Märchen bekanntlich im guten Ende kathartisch abgeführt werden, gibt es in diesem musikalischen Höllentrip keine Erlösung. Inspiriert ist der Abend von den Märchen-Transformationen der psychotischen amerikanischen Lyrikerin Anne Sexton und ihren wildwuchernden Versen – so jammert die Prinzessin im «Frosch­könig», nachdem sie ihre Kugel verloren hat: «Dahin / Mein Mond / Mein Butterkalb / Mein Hinduhase / Meine gelbe Motte / Mein unschuldiger Globus / Mein Madonnenschoß.» Die Geschichten von bösen Stiefmüttern, verschlingenden Wölfen und ...

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Theater heute April 2014
Rubrik: Chronik Dortmund Theater, Seite 56
von Natalie Bloch

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