Wissen wir noch, wo wir sind
Man muss sich den Kollegen A als wirklich streberhaften Musterbürger vorstellen: geschätzte dreißig, Druckereiangesteller, Vater einer kleinen Tochter in eheähnlicher Lebensgemeinschaft, gediegen linksliberal. Und weil sich A (Sascha Göpel) selbstredend als solidarischer Zeitgenosse versteht, springt er kurzfristig für einen verhinderten Kumpel an der Kasse eines Alternativklubs ein, für den er normalerweise nur die Flyer druckt.
Leider erwischt er einen Weltmusik-Abend, den sich «Die Einzigen» – «Hipsternazis» mit den üblich kruden, aber in elaboriertem Code vorgetragenen Argumenten – für eine «Guerilla»-Provokation ausgesucht haben: Es kommt zu Handgreiflichkeiten inklusive Polizeieinsatz; und am Ende des Tages findet sich A – im Selbstverständnis eher redlicher Schlichter – als angeklagter «Rädelsführer» einer ominösen linksextremen Gruppierung vor Gericht wieder. Auf dem Weg zur finalen «Aussetzung des Verfahrens» verliert er seinen Job, seine Familie und einen Großteil seines Vertrauens in Exekutive wie Judikative.
Lutz Hübners und Sarah Nemitz’ Stück «Ein Exempel. Mutmaßungen über die sächsische Demokratie» stößt sich von einem realen Vorfall ab: Im Februar 2011 blockierten ...
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Theater heute Oktober 2014
Rubrik: Chronik Dresden:, Seite 65
von Christine Wahl
Aalen, Theater der Stadt
3. Dreßler nach Netenjakob, Macho Man
R. Winfried Tobias
4. Ecer, Am Rand (DE)
R. Tina Brüggemann
5. Dirisamer nach Erlbruch, Ente, Tod und Tulpe
R. Petra Jenni
Altenburg/Gera, TPT
3. Miller, Tod eines Handlungsreisenden
R. Bernhard Stengele (in Gera)
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
5. Theobalt nach Guareschi, Don Camillo und Peppone
R....
Eine Theorie der tragischen Erfahrung, eine Geschichte des dramatischen Theaters, eine Gegenwartsdiagnose und das Plädoyer für eine «postdramatische» Tragödie – so ließen sich die drei Gegenstände beschreiben, denen diese Studie sich widmet. Und wenn sie mit ihren 734 Seiten Länge, ihrer Fülle von Verweisen und Zitaten, ihrer 24 Seiten langen Literaturliste und...
Günther Rühle erzählt - vier Fragen und ein Leben als Antwort
Franz Wille: Lieber Herr Rühle, Sie sind Jahrgang 1924, haben noch den Rest des Hitler-Theaters erlebt und jetzt über den Neuanfang nach 1945 geschrieben. Wie haben Sie den Übergang geschafft? Ihre Generation, die jüngste, die noch im Krieg war, musste schnell umdenken, umlernen.
Günther Rühle: Als ich...
