Die Paten von Europa

Manfred Beilharz, Tankred Dorst und Peter Michalzik im Gespräch über die vorerst letzte Biennale «Neue Stücke aus Europa» in Wiesbaden

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Franz Wille Nach 22 Jahren wird die Biennale Neue Stücke in Europa im Juni voraussichtlich zum letzten Mal stattfinden. Die Intendanz von Manfred Beilharz in Wiesbaden endet mit dieser Spielzeit, und noch ist keine Fortsetzung in Sicht. Blicken wir vor der letzten Ausgabe ein wenig zurück. Im Gründungsjahr 1992 sah Europa noch anders aus; auch der Stellenwert von Dramatik im Theater war ein anderer. Wie sehen Sie die Entwicklung?
Tankred Dorst Das Theater ist vielfältiger geworden.

Als ich anfing, Stücke zu schreiben, zu Beginn der 60er Jahre, waren die Grenzen der Darstellung viel enger. Alles war strikter und geschlossener; es gab auch allgemein akzeptierte geschlossene Formen. Wenn ich mich dagegen heute umschaue, was gespielt wird in Deutschland und den europäischen Theatern, dann sehe ich eine hohe Qualität in einem freien Umgang, Geschichten zu erzählen. Ich denke allerdings schon, Theater sollte eine Geschichte erzählen. Aber da gibt es viele Möglichkeiten. Wenn jemand über die Bühne geht und ins Publikum schaut oder sich schneuzt – auch das ist eine Geschichte. Ich sehe die Entwicklung eher positiv. Und wenn es nicht Theater ist, dann nennen wir es eben Thaeter, würde Brecht ...

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Theater heute Juni 2014
Rubrik: Kulturpolitik, Seite 44
von Franz Wille

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