Erobern, nicht bedienen

Die wirklich interessanten Innovationen finden heute im Fernsehen statt: über den amerikanischen Serienhype und seine deutschen Kopien

Theater heute - Logo

Es gibt da diese eine These, die man im letzten Jahr mehr und mehr hörte, sobald die Rede auf Fernsehen und Kino, auf Stars und TV-Sternchen kam. Das Fernsehen sei mittlerweile interessanter, wenn nicht gar «besser» als das Kino. Noch hat diese These mehr den Status eines Gerüchts; man hört das immer wieder, aber man weiß nicht so recht, ob es nun wirklich stimmt. Auch kommt die Rede von der Überlegenheit des Fernsehens ausgerechnet aus jenem Land, dessen Talk- und Realityshows seit jeher einen denkbar schlechten Ruf haben, den USA.

Und selbst wenn in den USA durch Entwicklungen vor allem im Serien-Bereich das Fernsehen an Renom­mee hinzugewonnen hat, bedeutet das doch noch lange nicht, dass es im deutschen Fernsehen automatisch genauso wäre.

Zunächst zu den Fakten: Hollywood, also die amerikanische Filmindustrie, verzeichnet in diesem Jahr einen «dramatischen» (wie es immer so heißt) Rückgang der Kinobesucher. Noch sind die Bilanzen nicht abgeschlossen, noch hofft alles auf das große Geschäft mit den Jahresend-Blockbustern und diversen Weih­nachtsfilmen, aber die Rede geht von minus 20 Prozent. In den meisten europäischen Filmmärkten, in Italien und Deutschland zum Beispiel, sind ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Dezember 2005
Rubrik: Medien/TV, Seite 70
von Barbara Schweizerhof

Vergriffen
Weitere Beiträge
Fliegen lernen

Durch das Logo von Deutschlands größtem Kinder- und Jugendtheater fliegt neuerdings ein Flugzeug. Vorläufig nur auf Papier, doch bald soll es auch vom Bühnenturm des Theaters leuchten und damit eine alte Tradition wiederbeleben. Bis 1990 strahlte von dort nämlich der ursprüngliche Name des Hauses «Theater der Freundschaft» in Leuchtbuchstaben über den Berliner...

Auf die Plätze, fertig, los!

Ein «Sommernachtstraum» mit Puck als fieser Raupe, die erst zum Schmetterling werden muss. Gegenwärtige Stützen der Gesellschaft als ein versoffener, autistischer Haufen. Der bürgerliche Traum von der Vermählung der schönen Künste mit dem Kapital, wie er im wahrsten Sinne des Wortes ins Bodenlose rutscht. Ein moderner Ruhrpott-Simplicissimus, der durch Sex, Drugs...

Versuche in Weltverbesserung

Es hätte so schön werden können, und so gut war es gemeint: Theater für die ganze Familie! Mit A-Schauspielern, einem A-Regisseur, einer A-Autorin! Musik! Ein Klassiker, 400 Jahre alt! Und eine frohe Botschaft: Lebe deine Träume! Die Weih­nachtszeit ist ja auch nicht mehr fern, nur noch ein Vierteljahr, und in den Supermärkten liegen schon die Lebkuchen.

Dass sich...