Dortmund: Liebe lieber leidend
Liebe dich selbst, und es ist egal, wen du heiratest. Letztlich scheint austauschbar, wen der Zufall als Lebenspartner vorbeispült. Da ist nur folgerichtig, dass sich Claudia Bauer weitmöglichst vom intimen Rededuell «Szenen einer Ehe» von Ingmar Bergman entfernt. Sie vervierfacht das Paar «Marianne» und «Johann» und treibt die Verallgemeinerbarkeit des Ehezerfleischungsklassikers von 1973 auf die Spitze: Sie sind serielle Prototypen des generellen Problems, welches der Mensch mit lebenslanger Bindung hat.
Doch zunächst treten die acht Protagonisten noch als perfekte Paare vor den roten Vorhang und zählen chorisch stramm ihre Mittelklasse-Vorzüge auf: Anwältin und Wissenschaftler. Intelligent und wohlsituiert, unterhaltsam und sportlich. Als sich der Vorhang öffnet, geht der abgrundlose Werbespot im sterilen Wohnwürfel von Patricia Talacko weiter, jetzt in trashig-ironischer Computerspielästhetik: Die Erfolgspaare tragen Gesichtsmasken, während ihre routinierten Pärchenphrasen vom Bühnenrand in drei Mikros synchronisiert werden.
Doch Claudia Bauer lässt auch die Subtexte unter dem Smalltalk spielen: Johann nutzt
das Wählscheibentelefon als Waffe, Marianne schmeißt sich ...
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Theater heute März 2015
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Dorothea Marcus
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