Fake the rest
Mit seinem hauseigenen Festival «radikal jung» hat das Münchner Volkstheater in den letzten zehn Jahren nicht nur eine beachtete Plattform für junge Regisseure geschaffen, sondern auch in eigener Sache eine Art Testlabor für künftiges künstlerisches Zusammenarbeiten, in dem man bereits mehrfach fündig geworden ist, so wie jetzt wieder mit dem Engagement des israelischen Theatermachers Eyal Weiser.
Nach zwei «radikal jung»-Gastspielen seiner Stücke «Mein Jerusalem» (2013) und «This is the Land» (2014), in denen fiktive Künstlerbiografien erhellende Schlaglichter auf die politischen Narben der deutsch-israelischen Geschichte werfen, wenn zum Beispiel eine ost-west-deutsche Fotografin, die den Berliner Mauerfall dokumentiert hat, nach manchen Irrwegen an der neu errichteten Mauer im Westjordanland strandet, wurden Weiser und sein Team nun zum ersten Mal zur Entwicklung einer Eigenproduktion ans Volkstheater eingeladen.
«Nystagmus», so der Titel, bedeutet unkontrolliertes Augenzittern, das die Wahrnehmungsfähigkeit beeinträchtigt, eine Krankheit, die Hitler seinerzeit modernen Künstlern zuschrieb, die Realität nach eigenen Vorstellungen und nicht nach denen der Nazis konstruierten, was ...
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Theater heute Juli 2014
Rubrik: Chronik: München Volkstheater, Seite 55
von Silvia Stammen
Aalen, Theater der Stadt
2. Shakespeare,
Ein Sommernachtstraum
R. Tina Brüggemann
12. Schimmelpfennig,
Der goldene Drache
R. Anne Klöcker
Annaberg, Eduard-von-Winterstein-Theater
6. Korber/Hasselwander,
Elfen-Feuer zwischen Felsen
R. Tamara Korber/Ingolf Huhn
Berlin, Schlosspark Theater
6. Veber, Die Selbstanzeige
(Geliebter Schatz)
R. Thomas Schendel
Coburg, Landestheater
4....
Der Mann, ein König, ein Tyrann, stürmt aus der Tiefe des Raums im wehenden Mantel, als wolle er alle Welt gleich überrennen. Schon ist er nah, da fährt ein unsichtbarer Blitz ihm in die Glieder, und mit dem Mann scheint auch die ganze Welt für einen Augenblick stillzustehen. Der Mann im Innehalten sagt kein Wort, nur fällt in dieser langen, kurzen Weltsekunde sein...
Am Bremer Landgericht hängt seit 1890 ein Glasmosaik, auf dem die Zehn Gebote verzeichnet sind. Angeblich hätten die Nationalsozialisten von den Bürgern verlangt, dieses Symbol eines Primats göttlicher vor weltlicher Macht zu zerstören, die Bremer aber hätten die Tafeln einfach mit Steinplatten verhängt und die Zerstörung nur behauptet. Ob an der Geschichte was...
