Berlin: Unter Opfern
Wie konnte das nur passieren? Irgendwo «in Syrien» ist Fabian den «Märtyrertod» gestorben. Ein sensibler Junge aus Deutschland, der nach der Trennung der Eltern mit seiner überforderten Mutter aufs Land ziehen musste und seinen desinteressierten Vater vermisst, dessen erste (Ex-) Teenagerfreundin zu seinem Kummer das gemeinsame Kind abgetrieben hat und der am liebsten mit seinem «Kifferfreund» in den brasilianischen Dschungel ausgewandert wäre, um dort die größtmögliche Alternative zum bundesrepublikanischen Alltag mit Schule, Stress und Sinndefizit zu leben.
So weit, so Grips-typisch: Bei Fabian, den Florian Kroop als aufreizend bleiches Gespenst mit ergrautem Haar und riesigem Blutfleck in Herzhöhe spielt, hätten auch Sektenführer, Drogendealer und Online-Games leichtes Spiel gehabt. Die Hassprediger des Islamischen Staats waren am schnellsten.
Doch der Regisseur und Stückautor Yüksel Yolcu hat noch ein ganz anderes As im Ärmel, nämlich die Rechte an Jürgen Todenhöfers Reportage-Bestseller «Inside IS – zehn Tage im Islamischen Staat». Während der Imam Ilhan (Asad Schwarz), der rückkehrende Syrienkämpfer resozialisiert, in Gesprächen mit Eltern, Lehrern, ...
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Theater heute Dezember 2016
Rubrik: Chronik, Seite 62
von
Andrzej Wajda: Ich habe nicht viel Zeit, verstehen Sie. Wer 90 ist, ist ein alter Mann. Deswegen beeile ich mich und denke schon an den nächsten Film. Solange ich stehen kann, ausreichend Kraft habe, um mich beim Filmteam durchzusetzen, solange werde ich drehen.
Donata Subbotko: Hatten Sie vor, so alt zu werden?
Wajda: Nein. Als der Krieg zu Ende ging, war ich 19,...
Dario Fo wollte im Theater sterben. Das heißt: Am liebsten wollte er natürlich gar nicht sterben. Wie er 2003 im Marcel-Proust-Fragebogen des «Corriere della Sera» angab, war ihm der Tod das größte Unglück. Nicht das Sterben allerdings, sondern «… nicht mehr zu leben».
Schon sein Großvater hatte diese feine Unterscheidung getroffen. Großvater Bristin,...
München und das freie Theater, das war durchaus mal eine Liebesbeziehung, damals in den 1970er und 80er Jahren, als sich allerlei wilde Vögel ungefragt und anfangs auch ungefördert in Kellern und Hallen ans Werk machten, um das Theater in eine von Material und Form her unbegrenzte Dimension zu öffnen, die man sich an den großen Häusern da noch lange nicht...
