Dreamteam – Rainer Galke als Museumswärter Irrsigler und Lukas Holzhausen als Musikkritiker Reger in Thomas Bernhards «Alte Meister», Regie Dusan David Parízek, 2015 am Volkstheater Wien

Einer wie Rainer

Alle lieben Rainer Galke: die Zuschauer, die Kritiker und sogar die Kollegen. Ist der Mann am Ende gar kein Schauspieler?

Theater heute - Logo

Der Regisseur Dusan David Parizek hat dem Schauspieler Rainer Galke einmal ein Kompliment gemacht, das in den meisten anderen Berufen eine schwere Beleidigung wäre: «Rainer ist gar kein Schauspieler.» Natürlich ist Galke ein Schauspieler, ein außergewöhnlich guter sogar. Trotzdem sind ihm Eitelkeit oder Allüren fremd, und auch als Protagonist bleibt Galke ein Teamplayer. So gesehen, ist er vielleicht kein typischer Schauspieler. Aber Parizek hat wahrscheinlich etwas anderes gemeint.

Dem ebenfalls am Wiener Volkstheater engagierten Lukas Holzhausen fällt dazu Folgendes ein:
«Es gibt Kollegen, die kommen als Schauspieler auf die Probe, und man muss erst einmal versuchen, den Menschen dahinter frei zu graben. Rainer kommt nicht als Schauspieler auf eine Probe. Er kommt immer als Rainer.»

Mit Holzhausen stand Galke erstmals im Herbst 2015 auf der Bühne, in Parizeks Thomas-Bernhard-Inszenierung «Alte Meister». Der Roman, im Untertitel als «Komödie» ausgewiesen, handelt von einem «Musikphilosophen» namens Reger, der jeden zweiten Tag das Kunsthistorische Museum in Wien aufsucht, um sich in ein Tintoretto-Gemälde zu vertiefen – und kulturkritische Reden zu schwingen. Der eigentliche ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Februar 2018
Rubrik: Akteure, Seite 33
von Wolfgang Kralicek

Weitere Beiträge
Daten (2 2018)

Altenburg/Gera, TPT
18. Haugwitz und Kressin, Die große Liebe war es nicht – Die Ruth-Brandin-Story
R. Martina Bode (Altenburg)
25. Frisch, Biedermann und die Brandstifter
R. Angelika Zacek (Altenburg)

Ansbach, Kultur am Schloß
13. Dorfman, Der Tod und das Mädchen
R. Wolfgang Berthold

Augsburg, Sensemble Theater
15. Seidel, Klavierkind
R. Sebastian Seidel
23. Eisenach, Der...

Postheroisches Unglück

Das «Radetzkymarsch»-Kapitel, in dem Joseph Roth einen Tag kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs aus der Sicht des Kaisers Franz Joseph I. beschreibt, ist von gemütvoller, ja geradezu zärtlicher Diktion. Ein Ton, in dem die nachlassende Lebenskraft, aber auch die weise Gelassenheit eines alten Mannes aufscheint, dessen Leidenschaften nur noch in Watte gepackt vor...

Neue Stücke · Aufführungen

Neue Stücke

Über Eigentum sprechen – und dann auch noch auf der Bühne? Das Performancekollektiv She She Pop packt das heiße Eisen im Berliner HAU2 mit «Oratorium. Kollektive Andacht zu einem wohlgehüteten Geheimnis» frontal liturgisch an. Die Dramati­kerin Gesine Schmidt hingegen hat in Regensburg Gespräche mit fünf Wohlhabenden geführt und das Material literarisch...