Das geht nicht mehr weg
In der Kritikerumfrage des aktuellen «Theater heute»-Jahrbuchs wurde in der zweifellos interessantesten Rubrik «Ärgerlichste Erfahrung des Jahres» dreimal mehr oder weniger explizit Bühnenwatch genannt, ein loser Zusammenschluss von Geistes- und Kulturarbeitern. Als Erklärung werden «fehlgeleitete Sittenwacht», «PC-Gesinnungspolizei» und «Gesinnungspauschalismus» angeführt. «Tugendwächter» oder «Moralapostel» wären auch denkbar gewesen, kamen hier aber nicht zum Zuge.
Das ist so die Sprache, in der wir Kritiker über Leute reden, die das Theater dafür kritisieren, dass es mitunter rassistisch sei in seinen Darstellungsweisen.
Warum machen die das?
Bevor ich erkläre, warum es unmöglich sein kann, dass unser mal geliebtes, oft gescholtenes Theater rassistisch ist, möchte ich eine einfache Frage stellen: Warum macht Bühnenwatch das? Warum geben die sich so viel Mühe, verbinden sich, investieren eine Unmenge von Zeit in Stellungnahmen, Diskussionsbeiträge oder sogar Aktionen, wie einst im Berliner Deutschen Theater, wo sich 42 Leute eine Karte für die Thalheimer-Inszenierung von Dea Lohers «Unschuld» gekauft haben, nur um an einer bestimmten Stelle aus dem Stück wieder hinauszugehen und ...
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Theater heute November 2013
Rubrik: Magazin: Blackfacing-Debatte, Seite 65
von Matthias Dell
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Somit ist also nach Meininger Lesart nicht etwa in Dänemark, vielmehr im historischen Staate DDR etwas faul. Jahrzehnte nachdem der Rest...
