Fuck Yes
Daran, dass sich die Berliner Volksbühne um 2011/12 noch einmal aus ihrem jahrelangen Formtief erholte, hatte wohl auch er seinen Anteil: Daniel Josefsohn, geboren 1961 in Hamburg als Sohn israelischer Eltern, Fotograf, Künstler, Magazinmitgestalter, Kampagnenerfinder (seine wohl berühmteste waren die «Miststück»-Plakate für MTV in den 90ern), verantwortete zusammen mit seiner Frau, der Dramaturgin Karin Müller, 2011 und 2012 den Look der Volksbühne.
Nach einem Schlaganfall Ende 2012 hatte Josefsohn sein Leben in einer Fotokolumne für das «Zeit-Magazin» zu dokumentieren begonnen: Die oft sehr persönlichen und humorvollen Bilder und Texte, in denen sich Josefsohn mit sich und der Welt auseinandersetzte, brachte der Berliner Distanz-Verlag letztes Jahr in dem Fotoband «FUCK YES» heraus. Im August dieses Jahres starb Josefsohn im Alter von 54 Jahren, kurz nachdem er für die Ruhrtriennale noch einen Meisterkurs Fotografie begonnen hatte. Den jüdischen Nerz seiner Oma Margarete Lustig, die den Holocaust überlebt hatte, lieh er Frank Castorf, als er ihn für die Bayreuther Festspiele porträtierte: «Castorf hat nie besser ausgesehen. Widerstand kleidet immer.»
Daniel ...
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Theater heute Dezember 2016
Rubrik: Bücher, Seite 53
von Red.
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