Der Geheimdramaturg

Das Rinderfilet bezahlt er manchmal selbst. Ein Gespräch mit Tom Stromberg über die «Impulse»-Auswahl und die Perspektiven für seine Theaterakademie in Streckenthin nach Peter Zadeks geplatztem «Was ihr wollt»-Projekt

Theater heute - Logo

Theater heuteTom Stromberg, als was können wir Sie begrüßen? Als Produzenten? Gutsbesitzer? Akademie-Direktor? Festival-Macher?

Tom StrombergIch habe noch viel schönere Berufsbezeichnungen: Ich nenne mich am liebsten Impresario und Geheimdramaturg. Festival-Leiter stimmt in Bezug auf «Impulse», dabei muss aber unbedingt Matthias von Hartz genannt werden, mit dem ich mir die Leitung und, entgegen anders lautender Gerüchte, auch das Honorar teile.



THVor knapp zwei Jahren haben Sie sich, nach dem Ende Ihrer Intendanz am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, dazu entschieden, zusammen mit von Hartz die Leitung von «Impulse» zu übernehmen, dem Festival für Freies Theater.  Waren Sie vom Stadttheater so enttäuscht?

StrombergDarf ich ein bisschen ausholen? Ich fühle mich sehr alt. Nicht biologisch, da würde ich mich auf 29 schätzen, geistig auf zwölf. Aber was das Theater angeht, komme ich mir manchmal sehr alt vor. Das liegt sicher daran, dass ich so früh angefangen habe, als Theaterkind mit acht Jahren zum ersten Mal auf einer Bühne stand, jetzt also bald 40-jähriges Bühnenjubiläum feiere. Mit 29 war ich Chefdramaturg, dann kam das TAT, die harte Zeit bei der Expo. Und Hamburg war auch ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute November 2007
Rubrik: Akteure, Seite 44
von

Vergriffen
Weitere Beiträge
Karriere-Pinguin

Soll man Krankheit und Tod als Vorlage für eine chice Performance nutzen? Roger Vontobel lässt die Frage von Mark Ravenhills «pool (no water)» (abgedruckt in TH 06/07) um die vier Titel-Buchstaben kreisen (Bühne Claudia Rohner). Es geht um Eifersüchteleien und Gemeinheiten unter Künstler-Kollegen, um geheuchelte Zuneigung und das Siechtum der erfolgreichen...

Der fleischfarbene Anzug der Avantgarde

Vielleicht hatte man «The Theatre» doch unterschätzt. Nachdem International Festival – so nennen sich Architekt Tor Lindstrand und Choreograf Marten Spangenberg – im Presseheft erläutert hatten, dass das Provisorium auf dem Grazer Karmeliterplatz nicht nur ein Bühnenzelt, sondern ein kollektives Performance-Kunstwerk, «temporäre Intervention» und «soziale...

Dann nehm ich eben, was mir fehlt

Ein Mann, er heißt Oliver, hetzt nächtens durchs vorweihnachtliche Berlin. Mit einem Feldstecher und einem Fläschchen Chloroform bewaffnet, steuert er seinen kleinen Transporter dorthin, wo er die Einsamen vermutet, und sammelt ein: Die Frau seines Chefs, eine Seniorin, die im Heim vor einem Piccolo sitzt, einen Jungen, der auf dem Spielplatz schläft, er lauert...