Gib den Huren Zucker

Kornél Mundruczó «Hotel Lucky Hole» (U)

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Vielleicht verlaufen solche Lebensgeschichten tatsächlich so notdürftig. Seit Jahren geht die Ungarin Anna (Annamaria Lang) in Zürich anschaffen. Ihr eigener Bruder hat sie in die Prostitu­tionsfalle gelockt, mit Kokain und Geldversprechen. Jetzt bedient Anna ihren Freund Fritz (Fritz Fenne) auf dem Sofa. Beide sind splitternackt, ansonsten herrscht keine Chancengleichheit. Der Bankmanager ist stinkreich und unglücklich mit Mona (Miriam Maertens) verheiratet – und er leistet sich Anna als Nebenfrau. Sie tut gehorsam, was sie gelernt hat: Service am Mann, Stöhnorgie auf Kommando.

Sobald Fritz fertig ist, trollt sich Anna in die Küche. Von eigener Lust keine Spur. Trotzdem, als Fritz sie rauswirft, wird sie überzeugt sein, ihren Sugardaddy sehr geliebt zu haben.

Aber die Liebe ist ein launisches Tier in Kornél Mundruczós «Hotel Lucky Hole», einer Auftragsarbeit für das Schauspielhaus Zürich, die der ungarische Autor und Regisseur selbst in der Schiffbaubox uraufgeführt hat. Und von diesen Launen bekommen die osteuropäischen Huren in ihrer Baracke mit Bar- und Badanschluss (Bühne: Márton Ágh) nur die Wildschweinvarianten mit. Die Liebe suhlt sich im Kot in dieser Inszenierung, ...

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Theater heute Januar 2015
Rubrik: Chronik Zürich, Seite 59
von Stephan Reuter

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