Postideologische Querfronten
Nicht erst seit vor ein paar Jahren der «Nipster» durch die vermischten Nachrichten geisterte – Personen im Hipster-Outfit auf Nazi-Demos – und Neonazis als «Nationale Autonome» Methoden und Looks des «Schwarzen Blocks» imitierten, verlangt ein Phänomen nach Deutung, das in verschiedenen Formen schon seit Beginn des neuen Jahrtausends aktenkundig ist: die Querfront.
Nicht nur Einzelne, die politisch zwischen und über den Demarkationslinien irrlichtern, sondern neue Parteien und Bewegungen werden unter diesem Begriff zusammengefasst, deren zentrales Charakteristikum eine ungewöhnliche, über die Gräben der bekannten politischen Konstellationen Brücken bildende Allianz ist. Das Spektrum reicht von der kulturellen Anpassung und Entwendung von Lifestyle-Elementen aus dem Repertoire der politischen Gegner bis zur Wiederbelebung des Nationalbolschewismus und anderer unguter Verbindungen aus der Weimarer Republik.
Postideologischer Konsens
Erst kamen Leute wie der pararassistische, niederländische Muslimbekämpfer Pim Fortuyn, der aber seinen massiv gegen liberale Toleranz-Ideen gerichteten Antimultikulturalismus mit einem libertären Bekenntnis zu den Rechten und Freiheiten von Schwulen und ...
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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Wo herrscht der Konsens?, Seite 14
von Diedrich Diederichsen
A
Miguel del Arco
Helena – Plädoyer für eine Schlampe
(Theater Biel Solothurn)
Ayad Akhtar
Geächtet (Disgraced)
(Schauspielhaus Hamburg)
Mattias Andersson
Acts of Goodness
(Theater Radebeul Landesbühnen Sachsen)
B
Alexandra Badea
Zersplittert (Schauspielhaus Graz)
Brigitte Buc
Hundswetter (Komödie am Kurfürstendamm)
C
Pamela Carter
Was wir wissen (Theater...
Ausgerechnet eine TV-Serie (wenn auch nicht die schlechteste!) inspirierte Noah Haidle 2008 zu einem wahren Mammutprojekt: «Ich sah die Fernsehserie ‹24› und wollte so etwas auf die Bühne bringen. Heraus kam ein Zyklus von Stücken, den ich ‹Local Time› nannte», sagte Haidle. Zwölf jeweils zweistündige, thematisch lose miteinander verbundene Zweiakter sollten 24...
1. Kurz vor Probenbeginn zur «unverheirateten» von Palmetshofer Ewald, Café Europa, 16 Uhr, Wien
Reinsperger Hallo. Ich bin die Steffi. Schön dich mal kennenzulernen.
Borgmann Ja, schön. Hallo. Robert. Find ich auch. Gut hier irgendwie.
Reinsperger Ja, ich bin öfter hier. Ich kenn’ hier den Barkeeper.
Borgmann Aha. Das kann nie schaden. Ich bestell mal was.
Stefanie...
