Arbeit am Projekt Leben

«Ein Schauspieler braucht vor allem einen Gedanken», sagt der Schauspieler Christoph Luser, derzeit Münchner Kammerspiele. Ein Porträt

Theater heute - Logo

Da war ein Bub aus Graz, der war anders als die Absolventen der Ernst-Busch-Schule, nicht so technisch versiert, seiner selbst gewiss und mordsmäßig perfekt, erzählt über Christoph Luser ein Schauspieler – Österreicher wie er und mit ihm eine Zeitlang im Ensemble des Düsseldorfer Schauspiel­hauses. Ältere Kollegen habe er tatsächlich wahrgenommen und sei ihnen freundlich begegnet, was ihn schon sehr verwundert habe.

«Wie von einem Stern gefallen» sei Luser ihm vorgekommen, sagt der mittlerweile am Thalia Theater engagierte Schauspieler, und klingt dabei, als würde er eine Szene aus Saint-Exupérys «Der kleine Prinz» nacherzählen. Obwohl, ein Männchen wie vom Planeten Asteroid B 612 ist Luser nicht. Sondern ein richtiger großer Junge, der – wie er im «Hamlet»-Programmheft der Münchner Kammerspiele posiert – Inbild seiner Generation sein könnte. Ein Mittzwanziger, der sich für Fußball und Autos interessiert, winters Ski läuft und sich in der familiären Berghütte in Tirol einquartiert, die man sich getrost als komfortables Haus vorstellen darf, immerhin ist Vater Luser einer der anerkanntesten Architekten in Graz.
   

Splitter-Hamlet

«Hallo, hier Hamlet» heißt es auf dem ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Februar 2006
Rubrik: Porträt, Seite 18
von Andreas Wilink

Vergriffen
Weitere Beiträge
Von Wandernutten und Wanderbaustellen

Und schon wieder haben wir was gelernt! Die «Bild»-Zeitung berichte­te zum ersten, aber sicher nicht zum letzten Mal über das Phänomen der «Wanderbaustelle», nämlich über die beiden ganz auf dem Boulevardmist gewachsenen deutschen Gesellschafts­damen Kader Loth und Tatjana Gsell, die beide Deutschland mit ihren überhaupt nicht gottgegebenen Reizen bezirzen und sich...

Der Spieler und die Knacksdame

Keinem deutschen Theatermann wur­den nach Max Reinhardt und Bertolt Brecht so viele Bücher, Studien, Bildbände, Ausstellungen und Filmporträts gewidmet wie Gustaf Gründgens. Ob als Snob, zwielichtiger Ganove, disziplinierter Staatsintendant, mephistophelischer Anarch beim Tanz auf dem Vulkan, fürsorglicher Ensemble­chef – alles Schillernde verwandelte sich in...

Die Monster-Mach-Maschine

In fast jedem Science-Fiction-Film gibt es eine verstörende Szene, in der ein freundlicher und bis dahin unverdächtiger Kollege oder Mitarbeiter durch ein kleines Detail als Roboter, Replikant oder Androide geoutet wird. In Ridley Scotts «Alien»-Film ist es der ruhige und zurückhaltende Wissenschaftler Ash, der, als er seine Mission, das Mons­ter zur Erde zu...