Schlechter Schnaps

Euripides «Bakchen»

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Am Ende einer Spielzeit, in deren programmatischem Zentrum «Macht und Rausch» stehen sollten, hat das Ur-Stück zum Thema nicht fehlen dürfen – «Bakchen», das Schlachten-Spektakel des Euripides über die finstre Rache eines Gottes; und über die Unfähigkeit des Menschen, die soziale Kontrolle zurück zu gewinnen, wo doch um ihn herum gerade alle und alles (und auch das eigene Ich) jeder Ordnung zu entgleiten beginnen.

Pentheus, der neue Herrscher in Theben, will einschreiten gegen den lustvollen Kult des Dionysos, der schon die ganze Stadt erfasst hat, vor allem aber deren Frauen; Dionysos selbst, Gott des Rausches (und des Theaters), lässt sie zu archaisch Blut-wie-Wein-säuferischen Bacchantinnen werden in sei­nem Gottesdienst; und er führt auch Pentheus unter die wilden Weiber. Agaue ist unter ihnen, Mutter des Pentheus und Tochter des greisen Stadt-Gründers Kadmos – sie selber, so will es die Fabel, zerfetzt in göttlichem Rausch den eigenen Sohn. Mit ihm zerstört sie die Macht.

 

Gustav Ruebs Inszenierung befindet sich vom ersten Augenblick an in der Kreativ-Falle eines unausweichlichen Bühnenbilds; das Szenario gibt einen Weg vor, der von nun an kein Entrinnen lässt, keine Chance ...

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Theater heute Oktober 2009
Rubrik: Chronik, Seite 59
von Michael Laages

Vergriffen
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