2001 – und dahinter die Unendlichkeit
Im Tagebuch vom Dezember 1985 notiert Andrej Tarkowski – exakt ein Jahr vor seinem Tod –, dass er für eine Vorlesung in Stockholm vier Illustrationen von Filmszenen benötige: Buñuels «Los Olvidados» – der Traum mit dem Fleisch; Bergmans «Wilde Erdbeeren» – der Traum mit dem Sarg auf der Waldlichtung; Fellinis «Achteinhalb» – der freudianische Anfang im Tunnel; «Solaris» – die Traumszene mit der Mutter. Tarkowski stellt sich damit in die Reihe der großen Träumer der Filmkunst, deren Traummaschine Traumwahrheit produziert.
Das meint für Tarkowskis «Solaris»: die Macht des Glaubens, Gefühls und Geheimnisses wertebewusst zu behaupten.
Der Psychologe Kris Kelvin hat den Auftrag, das seltsame Verhalten einer Dreier-Gruppe von Wissenschaftlern auf einer Raumstation zu untersuchen. Sie befindet sich über dem Planeten Solaris, dessen stiller Ozean eine Art intelligenter Substanz darstellt, die mittels «Spiegelung» und «Verstärkung» manipulativ auf die menschlichen «Ritter vom heiligen Kontakt» (so der Forscher Snaut) einwirkt. Diese Energie bewirkt, dass die Erdlinge von «Gästen» heimgesucht werden, «F-Gebilden», die – aus Bildern ihres Unbewussten aufsteigend – sich konkretisieren und ...
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Jamie Carris hat von Anfang an keine besonders günstige Sozialprognose: Missbrauchsopfer, Selbstmordversuch, vernachlässigt, aggressiv. Simon Stephens zeigt ihn mit 18 – da hat er gerade den Liebhaber seiner Mutter niedergestochen und einen jungen Tankwart, weil er seine Rechnung nicht bezahlen konnte. Er sitzt mit Lynsey, 15, im geklauten Auto und träumt von...
Der Himmel hat 600 Neonröhren. Ein riesiger rechteckiger Lichtkasten hängt horizontweit über der Bühne der Münchner Kammerspiele. So wünscht sich Osram den ersten Schöpfungstag. Es werde Licht, flackerfrei schaltbar, gruppenweise vernetzt, stromsparend. Und wenn alle 600 gleichzeitig aufflammen, kommen sie dem Sonnenideal ziemlich nahe: schattenfreie Tageshelle,...
Ein Krieg ist zu Ende. Dass er damit für die Menschen, die ihn erlebt haben, für all die Heimkehrenden, Befreiten, Zurückgebliebenen noch lange nicht beendet ist, wird meist verdrängt. Anders in Lars Noréns jüngstem Stück, in dem er zeigt, dass Krieg und die Folgen eines Krieges strukturell gleich zerstörerisch sind.
Ein Familienvater kehrt aus dem Lager zurück....
