Strenges Glück
Glück, Lust – und die Suche danach im Theater: Sind gerade Tschechows «Drei Schwestern» (an den Münchner Kammerspielen) das richtige Stück, um dabei fündig zu werden? Olga, die älteste, ist als Lehrerin längst verzweifelt, eine früh ältliche ewige Jungfer. Irina, die jüngste, ist auf der Suche nach einer Aufgabe, einer Liebe, nach Lebenssinn – aber ihre Sehnsucht wird dort, wo sie lebt, kaum in Erfüllung gehen können. Mascha, die Mittlere, hat immerhin einen Mann, aber der ist nur ein mittelmäßiger, und die Ehe beschert ihr bestenfalls strenges Glück.
«Drei Schwestern» – wie alle Dramen Tschechows vor allem ein Stück der Ausweglosigkeit, voller Melancholie und Abschiede, voll wunschseligen Unglücks, obwohl am Ende Irinas Ruf «Nach Moskau, nach Moskau!» wie ein Aufbruchssignal klingen könnte …
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Nach München, nach München – der Wiederentdeckung der Zuschaulust wegen? In den letzten Jahren hatte meine große Liebe fürs Theater merklich nachgelassen. War das der schieren Dauer unserer Liaison geschuldet? Oder dem Älterwerden? Oder den mir fremder werdenden Haltungen der Regisseure und Akteure? Keinesfalls wollte ich ein aus Überdruss mäkeliger, besserwisserischer Kritiker werden. Also ...
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