Organisation ist nicht alles
Franz Wille «Gespräche mit Astronauten» handelt von Familien, die ein Au-pair beschäftigen. Wie sind Sie auf das Thema gekommen?
Felicia Zeller «Gespräche mit Astronauten» entstand als Auftragsarbeit für das Theater Freiburg, das sich als Grundpersonal des Textes Au-pairs in Gastfamilien gewünscht hat. Wie immer stellt (und löst) sich für mich die Frage nach dem eigentlich unterliegenden Thema erst bei der Recherche und der konkreten Arbeit am Text. Heutzutage ist es schwer, ein flexibles, bezahlbares Kindermädchen in Deutschland zu organisieren.
So wird das Arbeitsverhältnis Au-pair (auf Gegenseitigkeit), welches offiziell dem Kulturaustausch und Spracherwerb für junge Menschen dienen soll, immer mehr zur Quelle für verfügbare Arbeitskräfte für Haushalt und Kinder. Aber wir haben einfach kein offenes Verhältnis zum Dienst-, Haus- oder Kindermädchen mehr, obwohl wir sie als berufstätige Frauen und Männer mit Kindern in Rest- und Rumpffamilien so dringend brauchen. Nein, es muss politisch korrekt sein. Wir sind gerecht. Das Verleugnen von Hierarchie seitens der Gastmütter, die massiv in Zeitgestaltung und Raummöglichkeiten der Au-pairs eingreifen (können), gehört zu einer der im ...
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Die Verhinderung der Uraufführung von Fassbinders «Der Müll, die Stadt und der Tod» 1985 war einer der wichtigsten öffentlichen Akte der Selbstbehauptung der Juden in Deutschland nach 1945. Die schon vorangegangene Verhinderungsaktionen zeigen aber auch, dass noch weitere Interessen im Spiel waren: Die Stadt Frankfurt wollte diese Art Aufarbeitung des Häuserkampfes...
«Bell doch mal!», sagt der Typ im Anzug auffordernd. «Bell mal, so richtig laut, wütend, aggressiv!» Wie Coachs so reden. Der Response der Klienten ist allerdings unbefriedigend: ein klägliches «Miau!», ein leises Röcheln, müdes Wauen. Wut war mal. Knapp zwei Wochen nach einer Bundestagswahl, bei der 15 Prozent des Wahlvolks einen denkbaren Zorn auf deregulierende...
Im ersten Morgen in Peking steht auf Seite eins der englischsprachigen Zeitung «China Today», dass die Volksrepublik in fünf Jahren die USA auf Platz eins der Wirtschaftsmächte ablösen wird. Möglicherweise, erwägt der Kommentator lässig, auch schon zwei oder drei Jahre früher. Selbstbewusste Einschätzung, sportliche Ansagen: So habe ich mir das neue China...
