Gott, Welt und Theater

Wolfram Lotz schickt ein paar sehr ungewöhnliche «Nachrichten an das All»

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Zugegeben, die Uraufführungsinszenierung von Annette Pullen am Deutschen Nationaltheater Weimar ist misslungen, leider. Das macht eine Einladung nach Mülheim schwierig, ja. Aber dieses Stück ist dennoch diskussionswürdig, auch wenn man es nicht in jeder Hinsicht
bejubeln muss; sprachlich etwa ist es nicht durchweg überzeugend. Trotzdem: «Einige Nachrichten an das All» ist ein aufschlussreicher Kunstversuch über Gott, die Welt und das Theater. Das ist ziemlich viel.

Und es ist ein Stück Theater, das sich gegen ein Theater stemmt, das seine Aufgabe in der Bebilderung von Stücken sieht. Es ist, zum Beispiel, ein Stück mit Fußnoten, die einen Parallel- oder Anti- oder Subtext entwerfen.

Ob sich Fußnoten im Theater spielen lassen, ist eine der ungeklärten Frage, die Lotz aufwirft. Neu sind sie nicht, aber Neuheit ist ohnehin kein ergiebiges Kriterium, bei Fragen nach Gott, Welt und Theater schon gar nicht. Lotz liebt es, sich an den Rändern der handelsüblichen Logiken zu tummeln, jenseits des Wirklichkeitssinns, diesseits des bloß Spinnerten. «Wir befinden uns in einer Explosion, ihr Ficker»: Das ist das Motto dieses Dramas aus Sätzen, Szenen und Versen, die aus dem Inneren einer ...

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Theater heute Mai 2011
Rubrik: Best of … Mülheimer Stücke, Seite 33
von Dirk Pilz

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