Auf Augenhöhe

Thomas Melle «3000 Euro» in MÜNCHEN, Volkstheater (Kleine Bühne)

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«3000 Euro» sind nicht die Welt, können aber – vor allem wenn sie fehlen – einen entscheidenden Unterschied machen. In seinem gleichna­migen Roman untersucht Thomas Melle mit unsentimentaler Genauigkeit, aber nicht ohne Empathie, was passiert, wenn eine Existenz ins Rutschen gerät. Anton wohnt vorübergehend in einem Übergangsheim, aber manchmal übernachtet er auch im Freien – «Einübung in die Zukunft, Vorwegnahmen des Unausweichlichen»? Vor Kurzem studierte er jedenfalls noch Jura mit Aussicht auf eine unproblematische Zukunft, Familie, Urlaub, Eigenheim.

Dann lief es einen Sommer lang nicht rund, Burnout, auch schon mal Drogen und ein paar unüberlegte Internet-Einkäufe. Jetzt trennen ihn von einem bürgerlichen Leben ein Rechtsstreit mit der Deutschen Bank und 3000 Miese auf dem Dispo, die er nicht zurückzahlen kann. Warum, wird nie so ganz klar, aber wenn man mal drin ist in der Abwärtsspirale, sind eben Kräfte am Werk, die sich so ohne Weiteres nicht umkehren lassen. Von fern grüßen Kästner, Horváth, Fallada.
Hoffnung keimt auf, wenn Denise, Supermarktkassiererin und alleinerziehende Mutter einer verhaltensauffälligen Sechsjährigen, eine uneigennützige Schwäche für den ...

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Theater heute Oktober 2015
Rubrik: Chronik, Seite 66
von Silvia Stammen

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