Der ordentliche Aristokrat
Wer gedacht hat, über Thomas Bernhard sei schon alles gesagt, wird sich wundern. In Sepp Dreissingers «Was reden die Leute» sind 58 Begegnungen mit Nachbarn, Freunden, Bekannten versammelt, die sich an den Schriftsteller, Dramatiker, Grundbesitzer und österreichischen Hassliebenden erinnern. Zum Beispiel der Maler Gerhard Weigl, der Bernhard Mitte der 60er Jahre gelegentlich im Gmundener Cafe Brandl traf. Beide hatten ein Thema, das Männer sofort verbindet – die Liebe zum gleichen Auto.
«So um 1963 habe ich ein englisches Auto bekommen.
Das war ein hochgestochener Sportwagen mit einer ausgefallenen Karosserie. Das Auto hat mir sehr gut gefallen, doch es hatte den Nachteil, dass es permanent kaputt war. Es war zwar neu, aber nach kurzer Zeit war immer etwas hin. In Gmunden hat es nur ein solches Auto gegeben. Plötzlich, eines Tages, tauchte das gleiche Auto in einer anderen Farbe auf. Ich bin schon damals sehr viel in Gmunden ins Café Brandl gegangen und beim Vorbeifahren habe ich immer den Menschen gesehen, der das gleiche Auto hatte. Der ist dann plötzlich neben mir im Café Brandl gesessen.
Ich habe ihn dann gefragt: ‹Sie haben ja das gleiche Auto. Sind Sie damit zufrieden?› ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juni 2011
Rubrik: Magazin, Seite 63
von
Das Ohr aufwecken, die Augen, das menschliche Denken» – unter diesem schönen, alle Wahrnehmungskanäle öffnenden Motto von Luigi Nono stehen in diesem Sommer die Salzburger Festspiele. Was das vor allem für die Stadt Salzburg bedeutet, erläuterte beim «Presselunch» in der Österreichischen Botschaft in Berlin Bert Brugger, Geschäftsführer der Tourismus Salzburg GmbH:...
Man kann sich das so vorstellen: In der Nacht von Sonntag auf Montag wird es eng auf
der A5. Baukolonnen aus dem Osten reisen an, um in der Frankfurter City die Patrizierhäuser wohlhabender Bürger zu sanieren. Ricki, Uli und Rudi zum Beispiel sollen die immobile Erbschaft eines jungen Wessis auf Vordermann bringen. Im Moment allerdings geht es nicht so recht voran....
Sachen, Maschinen und Parteien gibts, für die werden einfach keine Theaterstücke geschrieben. Ausnahmen bestätigen die Regel: Der Regisseur Philippe Quesne hat der bislang sträflich im Hintergrund belassenen «Technik» ein höchst klangvolles «Pièce pour la technique du Schauspiel de Hanovre» geschrieben. Eine Amour fou zwischen Drehbühne und Schnürboden? Aufstieg...
