Zukunft im Gepäck
Nur Näherungen kann es geben beim Nachdenken über Horst Sagert, Näherungen an einen Künstler, dessen Werk im Unaufschließbaren geblieben ist. Sagert wollte dem Geheimnis des Lebens, seines Lebens, auf den Grund kommen. Dafür stellte er Fragen, immer wieder Fragen. Auch und zuerst an sich selbst. Antworten gab er nicht. Er scheute keine Anstrengung, im faustischen Sinn Erkenntnis zu gewinnen, hinter die Dinge zu kommen.
Er lebte in einer eigenen Welt, und in seinen Bühnenbildern, seinem überwältigend vielgestaltigen bildkünstlerischen und dichterischen Werk blieb er stets auf der Suche, Lösungen verweigernd. Er machte es sich schwer, auch seinen Partnern galt er als sperrig, schwierig, verschlossen. Denn er verbat sich Flüchtigkeit, Eile, hatte keine Achtung vor Strukturen, nahm eher «triumphales Misslingen» in Kauf.
Niederlagen waren für ihn nicht Anlass zur Trauer, sondern unverzichtbare Erfahrung auf dem Weg zu tieferen Einsichten, sogar eine Quelle «schöner Gefühle», wie er mir in einem Gespräch Ende der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts sagte. Die hohen, möglicherweise unerfüllbaren Ansprüche, die er an sich selbst stellte, machten es ihm nur selten möglich, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Juli 2014
Rubrik: Nachruf, Seite 44
von Christoph Funke
Auch die Hexen haben heute Notebooks. Manierlich setzen sie Macbeth an den Feldtisch, ein Klick, und er hat ihre Prophezeiungen vor sich auf dem Bildschirm: Schottlands künftige Könige in digitaler Prozession; Gefahr droht von keinem, den eine Frau geboren hat; solange der Wald von Birnam nicht aufs Schloss zumarschiert, kann nichts passieren.
Die...
Sehr geehrte Frau Bundesministerin Wanka,
sehr geehrte Frau Staatsministerin Grütters,
sehr geehrte Frau Ministerin Bauer,
sehr geehrter Herr Minister Stoch,
das Nationaltheater Mannheim wurde 1839 von einem Hoftheater in die städtische Trägerschaft überführt. Es ist heute das älteste kommunale Theater der Welt.
Das Nationaltheater war in diesen 175 Jahren immer ein...
Zweifellos handelt es sich bei der 23-jährigen Katja Brunner um einen schweren Fall von Hochbegabung. Um eine junge Frau, die sich in einer seltsam altertümelnden Sprache erbricht, als wäre sie von Thomas Mann besessen. Ein wenig, als wäre ihr Autorinnen-Ich selbst so ein spiritistisches Wesen aus dem «Zauberberg». Ist sie aber natürlich nicht. Katja Brunner ist...
