System statt Vertrauen

Falk Richter: «Trust»

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Vertrauensverlust und Erschöpfung scheinen in einem gegenwärtig leicht nachvollziehbaren Zusammenhang zu stehen. Die wichtigste Voraussetzung für einen Burn-out sind mangelhafte menschliche Bindungen. Offensichtlich scheint sich der seelische Akku nur im spielerischen, angstfreien Miteinander einander nahestehender Menschen wieder aufzuladen.

 

Dieser psychischen Mechanik steht ein evolutionärer Mechanismus der Gesellschaft entgegen, der Vertrauen durch systemische Funktionen ersetzt hat.

Wer einen Vertrag abschließt, benötigt juristische Fachkenntnis, muss aber dem Vertragspartner nicht persönlich vertrauen. Verträge benötigt man, wenn man sich nicht mehr verträgt. Und dennoch fallen ständig vertrauensselige Zeitgenossen auf vertrauenswürdige Geschäftemacher herein, die dann ihr Vermögen an der Haustür oder der Börse verspielen. Mein Bankberater sah doch so ehrlich aus. 

 

Ökonomischer Sachverstand hätte da mehr geholfen. Die gesellschaftliche Erfindung vertrauensfreier Systeme, die durch ihre funktionale Perfektion überzeugen, greift ins Betriebsprogramm menschlichen Orientierungsvermögens. Je mehr das Vertrauen, das auf der sinnlichen Gewissheit der erlebten Situation basiert, ...

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Theater heute Jahrbuch 2009
Rubrik: Stücke der neuen Spielzeit, Seite 171
von Bernd Stegemann

Vergriffen
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