Neue Stücke
Die heimliche Uraufführung war schon bei «Harald Schmidt»: Der Latenight-Talker und Operetten-Zar stellte sich der Schauspielerin, Autorin und Performancekünstlerin Anne Tismer zur zweitbesten Sendezeit zur Verfügung, um mit ihr gemeinsam einen zehnminütigen Probelauf von «Hitlerine» in selbstgebastelten Jeeps und Ameisenkostümen zu performen. Das komplette Werk inszeniert jetzt Alexis Bug in der Berliner Volksbühne – allerdings ohne Schmidt.
Ebendort klaut René Pollesch seinen schönen Stücktitel «Ich schau dir in die Augen, gesellschaftlicher Verblendungszusammenhang» bei einem im Ventil Verlag erschienenen Reader «zur Subjektkonstitution und Ideologieproduktion» von 2001. Auch an der Schaubühne kommen Theoriefreundinnen auf ihre Kosten: Lore Stefanek und Juliane Gruner spielen «Das darf man nicht sagen» von der Feminismus-Ikone Hélène Cixous.
Thomas Freyer hat für das Berliner Gorki Theater ein neues Stück über das Leben in ungesicherten Arbeits- und Beziehungsverhältnissen geschrieben, «Im Rücken die Stadt» (R: Nora Schlocker), und auch «Das blaue, blaue Meer» von Nis-Momme Stockmann spielt in einer Gegend, in der die Menschen «keine Arbeit, wenig Ausbildung, und noch weniger ...
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Wer sich selbst schon einmal in Erwartung eines nahenden Regionalexpress-Zugs (so heißt die mit Abstand langsamste Beförderungstechnik der Bundesbahn) durch sämtliche Menus eines DB-Fahrautomaten geklickt hat, nur um kurz vor dem ersehnten Fahrschein mit einem scheinheiligen Systemabbruch belohnt zu werden («Der Vorgang wurde auf ihren Wunsch abgebrochen»), der...
Berlin, 5. Stock VH, DG, meine Wohnung, 07.12.2009, es regnet: Ach, vor Vergangenem habe ich aus vielerlei Gründen große Furcht und begegne hochkommenden Erinnerungen ganz so, wie es missratenen Romanen und plumpen Lügengeschichten gebührt: mit grimmig verachtender Überheblichkeit. Deswegen: Die bemerkenswertesten, wunderbarsten Proben bisher?
Die KOMMEN JETZT,...
An was ich mich an meisten erinnere, wenn wir «Onkel Wanja» spielen, das sind die Wiederaufnahmeproben vor genau einem Jahr im Haus der Berliner Festspiele. Über ein halbes Jahr hatten wir das Stück nicht gespielt, Gosch hatte gerade «Die Möwe» herausgebracht, und sein Gesundheitszustand war deutlich schlechter geworden. Mein Respekt, wieder vor seinen Augen zu...
