Fragen der Politik

Jette Steckels Wiederbelebungsversuch an Sartres «Das Spiel ist aus» im Deutschen Theater, Yael Ronen lotet am Gorki Theater mit «Common Ground» ein europäisches Trauma aus

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Zu den großen Selbstzweifelfragen des an Selbstzweifeln aktuell nicht armen deutschen Stadttheaters gehört diejenige, wie viel politische Realität unsere Repertoirestücke eigentlich noch atmen, wie sehr sie über die Grenzen des Theaterraums hinausdrängen, wie stark sie in aktuelle Belange hineinlauschen und, bewahre, vielleicht gar zurückstrahlen. Auf ähnlich wuchtige Resonanzen, wie sie die westdeutsche Bühne der 1960er und 1970er Jahre oder die diktaturkritischen Arbeiten der DDR noch auslösten, muss man dabei selbstredend nicht hoffen.

Das Theater kann nur so stark vibrieren wie die Wirklichkeit, in der es aufgehängt ist. Aber es ist allemal etwas wert, wenn es seine eigenen Selbstzweifel mit einiger Verve vorbringt.

So in der jüngsten Polittheaterbesinnung, die Jette Steckel mit Jean-Paul Sartres Filmdrehbuch «Das Spiel ist aus» am Deutschen Theater Berlin unternommen hat. Das Publikum ist auf der Drehbühne des Deutschen Theaters platziert. Der riesige leere Saal des Hauses wird zur Spielfläche. «Tja, wir sind wohl zu Abonnenten geworden», sagt Ole Lagerpusch und lässt sich in seinen Parkettsessel zurückfallen. Lagerpusch ist der politische Aktivist Pierre, der soeben ermordet ...

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Theater heute Mai 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 18
von Christian Rakow

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