Die Verantwortung trägt immer der Bauherr
Franz Wille Alle reden vom Berliner Flughafen, der wohl nie fertig werden wird, oder von Stuttgart 21, aber niemand redet von der Baustelle im Stuttgarter Schauspielhaus, die sich leider vergleichbar katastrophal hinzieht.
Hasko Weber Inzwischen halte ich solche
Parallelen auch für angebracht. Es gibt sicher Größenunterschiede, aber die Bedeutung für die Stadt und die Ausstrahlung ist nicht geringer.
Der Vergleich geht in Ordnung!
FW Ursprünglich sollte die Renovierung von Zuschauerraum und Bühnentechnik in der Spielzeit 2010/2011 fertig werden. Das Schauspiel ist in Ausweichquartiere umgezogen, im Theater konnte ein Jahr ungehindert gebaut werden. Eigentlich ideale Bedingungen. Heute sind die Arbeiten immer noch nicht fertig. Seit drei Jahren wird im Stuttgarter Schauspiel herumgewerkelt.
Weber Naja, werkeln – die arbeiten alle mehr oder weniger intensiv, aber man muss einfach festhalten, dass nach dem ersten Bauabschnitt, also nach dem ersten Jahr 10/11, so viele Dinge aus dem Ruder gelaufen sind, dass es niemanden gab in der Bauverwaltung oder im Ministerium, der das in einen verlässlichen zweiten Bauabschnitt bündeln konnte.
FW Sie sind kein Bauingenieur. Aber eine neue ...
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Theater heute April 2013
Rubrik: Foyer, Seite 1
von Franz Wille
«Was im nächsten Moment sein könnte, will man ja nicht wirklich wissen, außer vielleicht es handelt sich um die Lottozahlen.» Das weiß auch Philipp Löhle, dessen neues Stück «Nullen und Einsen» er selbst dann noch mit komischen Geschichten spickt, wenn er sich so einem herben Thema wie der stochastischen Unwägbarkeit des Künftigen widmet.
«Nullen und Einsen» ist...
Die Vereinsamung in der Masse der Großstadt, die Strategie des Kampfes durch Unterwerfung, die Kritik an der Unzulänglichkeit der Sprache: Brecht hat in seinem Frühwerk die verschiedensten Motive, Gedanken und Stile zusammengewirbelt. Zum Teil ging es ihm auch gar nicht um Gedanken, sondern nur um «scharfe» Formulierungen, um die Übertragung des rebellischen...
In den 1970er Jahren habe ich ihn eine Weile gekannt (und ich glaube, ich kannte ihn gut), und nur von dieser Zeit will ich hier erzählen. Es war die Zeit, als Jérôme Savary, der Franzose aus Argentinien, mit dem «Grand Magic Circus et ses Animaux Tristes», also dem Zauberzirkus mit den traurigen Tieren, die Enthusiasten beglückte. Nicht allein in Paris. Die Leute...
