Rechtschaffen rassistisch
Sage mir, wo du wohnst, und ich sage dir, wer du bist. Anno 1959 ist das in etwa das Motto der rechtschaffenen Einwohner von Clybourne Park, einem schmucken Stadtviertel von Chi-
cago, das ausschließlich von Weißen bewohnt wird. Kaum zu glauben, dass Russ und Bev
ausgerechnet von hier wegziehen wollen. Doch wen die Ferne der Vororte ruft, den muss
man ziehen lassen. Noch aber sitzt der widerborstige Russ (Marcus Mislin) inmitten des
halb ausgeräumten Wohnzimmers, das in Tapete und Dekor vom Amerika der 50er Jahre erzählt, und löffelt tiefenentspannt Eiskrem.
Immer kurz vor dem fröhlichen Nervenzusammenbruch schwänzelt im Blümchenkleid seine Frau Bev (Nicole Kersten) um ihn herum, während das schwarze Hausmädchen Francine (Lara-Sophie Milagro) mit Räumen beschäftigt ist.
Das Ganze bliebe eine bieder-harmonische Szenerie, wäre da nicht der unverarbeitete Selbstmord des Koreakrieg-geschädigten Sohnes und die liebe Nachbarschaft, die zum Auszug ihre Aufwartung macht. Aus der Abschiedsplauderei wird schnell ein handfester Streit, denn Russ hat das Haus an eine schwarze Familie verkauft. Die netten weißen Nachbarn sind natürlich keine Rassisten, sondern Rotarier und auch nur mäßig ...
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Theater heute Juli 2011
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Paula van Bergen
Oliver ReeseSimon Stephens, gestern war die Uraufführung Ihres neuen Stücks. Wie war’s?
Simon StephensWas für ein Einstieg! Das Stück heißt «Wastwater» nach einem See im Lake District im Norden Englands. Es ist der tiefste See in England, aber das Stück hat absolut nichts mit dem See zu tun.
ReeseAlso wie «Pornographie», das ja auch nichts mit Pornographie zu tun...
Freitag, 1.
9.45, ZDFkultur: Krankheit der Jugend – Theaterfilm (2010) nach Ferdinand Bruckner, Regie Dieter Berner, mit Stella Hilb, Matthias Weidenhöfer u.a.
22.25, 3sat: Intimacy – Spielfilm (2001), mit Mark Rylance, Kerry Fox, Marianne Faithfull u.a., Regie Patrice Chéreau (vgl. TH 4/2001)
Samstag, 2.
23.15, 3sat: Deutschland, deine Künstler: Jonathan Meese – ein...
Nein, in der Haut dieses Mannes möchte man nicht stecken. Dass der Knecht Nikita das arme Waisenmädchen Marinka hat sitzenlassen, dass er im Verbund mit seiner intriganten Mutter und der Geliebten Anisja deren Mann Petr, seinen einstigen Herrn, vergiftet hat, dass er wiederum Anisja das Erbe entwendet und es mit deren Stieftochter Akulina verprasst hat – all das...
