«Wir sind bei aller Nörgelei sehr verwöhnt»

Manfred Beilharz und Yvonne Büdenhölzer im Gespräch über das Festival «Neue Stücke aus Europa» in Wiesbaden und Mainz, das in diesem Jahr zum zehnten Mal stattfindet

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Franz Wille Die «Neuen Stücke aus Europa» finden im Juni zum zehnten Mal statt, zum zweiten Mal mit dem Staatstheater Mainz, die erste Ausgabe dieser Biennale erschien 1992. Seitdem hat sich einiges verändert, sowohl der Stellenwert zeitgenössischer Dramatik als auch die politische Situation in Europa.

Manfred Beilharz 1992 war schon eine Entwicklung in Gang, die seitdem nicht schwächer geworden ist, Theater nicht mehr nur als interpretierendes Literaturtheater zu begreifen.

Das war einerseits eine große Chance, das Gestische, das Multimediale, das Bildnerische, das Performative im Theater zu emanzipieren und zu entwickeln, 

andererseits sollte man darüber die Dramatik nicht vernachlässigen. Vielleicht hat die Vielfalt der Formen inzwischen auch wieder zu einer Sehnsucht nach dem Autor geführt. Das ist ganz deutlich geworden, als beispielsweise das Londoner Royal Court mit seiner Förderung junger Autoren wie Sarah Kane oder Mark Ravenhill der englischen Tradition des Well-made play wieder eine andere Schärfe, Dringlichkeit und Ästhetik gegeben haben. Solchen Entwicklungen wollten Tankred Dorst und ich eine Plattform bieten, und das ist ja durchaus nicht nur auf Jubel gestoßen. Was ...

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Theater heute Juni 2010
Rubrik: Akteure, Seite 44
von Franz Wille

Vergriffen
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