Sättigungsbeilage

Fausto Paravidinos Erstling «Die Geflügelschere», zur deutschen Erstaufführung gebracht in Marburg

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Mit dem Gerät zerkleinert der Jäger und Sammler zumeist Hühnchen. Der Kiefer ist schwach, das Handwerkzeug aber willig. Nun ist es allerdings nicht so, dass der Held in Fausto Paradivinos Erstling aus dem Jahr 1997 Kannibalisches im Sinn hat, wenn er gleich zu Beginn sagt, er werde die Leiche wohl mit einer Geflügelschere zerkleinern, dann eine Hälfte einfrieren und den Rest auf der Müllhalde entsorgen.

Marco Parodi ist ein Mann ohne Leidenschaften und reagiert auf den plötzlichen Toten in seinem Wohnzimmer wie andere auf einen Brief reagieren, den sie schon lange erwartet haben und dessen Inhalt sie bereits zu kennen meinen. So gesehen kommt es auch nicht von ungefähr, wenn Parodi später von zwei Gefängnispsychologen gefragt wird, ob er sich jemals einen Mixer gewünscht habe. Mit dem Mixer verarbeitet der zahnlose Fleischfresser seine Nahrung zu Brei. Als breiig kann man auch Parodis Gemütsverfassung zu Beginn des Stücks bezeichnen, wenn der erste Fremde vor seiner Tür steht.

Er lässt den Mann umstandslos rein, ohne zu wissen, was er eigentlich will. Dann lässt er auch noch einen zweiten Fremden rein, geht in die Küche Kaffee kochen, kommt zurück und ist nicht wirklich ...

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Theater heute Januar 2005
Rubrik: Neue Stücke, Seite 46
von Jürgen Berger

Vergriffen
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