Der dritte Weg?
Ein Theater ruft zur Bürgerversammlung – und ist bis unter das Dach gefüllt. Im Unterschied zu manchem deutschen Stadttheater, das seine potenziellen Zuschauer oft nur mit dem energischen Protest gegen die letzte Etatkürzung zu mobilisieren vermag, sind der große Saal und die vier Ränge des Teatro Valle auch bei Vorstellungen unter der Woche gut besucht. Das Geheimnis lautet: Partizipation.
«Unsere Stiftung hat mittlerweile mehr als 6.000 Mitglieder. Unser Statut ermöglicht es ihnen, aktiv in die Geschicke des Theaters einzugreifen», erklärt Ugo Mattei.
Der Jura-Professor mit Lehrstühlen in Turin und San Francisco ist einer der Verfasser des Stiftungsstatuts. Es zielt auf eine altbekannte, lange Zeit wenig praktizierte, in letzter Zeit aber vor allem dank des Werks der Nobelpreisträgerin für Wirtschaftswissen–schaften, Elinor Ostrom, wieder prominenter gewordene Eigentums- und Nutzungsform ab: das Gemeingut, die Allmende. Mattei bezeichnet es als «einen dritten Weg, jenseits von öffentlichem und privatem Eigentum». Gemeingut sei «nicht durch Exklusion gekennzeichnet wie etwa das Privateigentum. Die Entscheidungen werden auch nicht hierarchisch organisiert wie beim öffentlichen ...
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Theater heute April 2014
Rubrik: Magazin Italien, Seite 69
von Tom Mustroph
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