No Yellowfacing
Für Xu war es reines Glück, dass er Gerda fand. Der 87-Jährige, der einmal der erste Deutsch-Dolmetscher von Mao Tse-Tung war, hat mehr als zwanzig Jahre seines Lebens in chinesischen Gefängnissen verbracht. Eine Frau zu finden, ist unter diesen Voraussetzungen in China unmöglich. Eine Gastprofessur in Berlin führt zu einer Begegnung mit der um etliche Jahre jüngeren Gerda. Für Gerda war es Liebe auf den ersten Blick. Für Xu der Beginn einer langjährigen, in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Beziehung.
Brit findet chinesische Männer eigentlich null attraktiv, nur mit Tian kann sie viel anfangen.
Doch auch nach zehn kalten Wintern in Peking hat sie sich nicht an die langen Unterhosen gewöhnt. Als deutsche Mutter in Shanghai ficht sie Erziehungskämpfe um ihren Sohn mit ihrer chinesischen Verwandtschaft aus. Und ihre Beziehung zu Tian ist auch nicht mehr das, was sie mal war, damals in New York, als die beiden sich ineinander verliebten – auf neutralem Boden.
Holger ist der einzige westliche Arzt in Nanjing. Er spricht kein Wort Chinesisch. Seine Patienten arbeiten für BASF, Bosch und Siemens. Er ist nur hier, um Geld zu verdienen, ganz ehrlich. Seine chinesische Frau ist von ...
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Theater heute Jahrbuch 2015
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 193
von Holger Schultze und Jürgen Popig
Theater heute Lieber Wolfram Lotz, Paragraph 12 ihres Manifests im Jahrbuch 2014 lautete: «Im Theater ist das Gelingen des Lebens der Arbeitenden von Bedeutung, aber nicht nur dort.» Was sind die Bedingungen für das gelingende Leben eines Theaterautors?
Wolfram Lotz Ich befürchte, es gibt kein gelingendes Leben als Theaterautor, man kann als Theaterautor...
Das ideale Ensemble erwacht um 5.19 Uhr bei Sonnenaufgangunter der Brücke, es hat mit einem Chor von Bürgern die Nacht verbracht, um die Räumung eines Obdachlosen zu verhindern. Das ideale Ensemble geht direkt auf die Probe und fühlt sich trotz der kurzen Nacht ausgeruht, es hat sich regelrecht erholt in der letzten Zeit und die Massenproduktion den neuen Märkten...
Schon der Titel spendet wenig Trost. Er umarmt nicht, gibt keinen Halt, leitet nicht hinein in Emotionen, Identitäten, Welt. Stattdessen: Draufsicht. «3.31.93». Mehr nicht. Ein Zahlencode vielleicht, ein Datum möglicherweise, vor allem aber eine mathematische Formel für die Dramenkonstruktion: drei Teile mit jeweils 31 Szenen. Macht zusammen 93 Augenblicke. Fast...
