Revolution bis zum Stillstand

Alte und neue Freunde: Die Berliner Schaubühne baut ihr F.I.N.D.-Festival aus

Theater heute - Logo

Drei europäische Germanisten und eine Germanistin machen sich auf die Suche nach dem vom Zweiten Weltkrieg gegerbten deutschen Schriftsteller Benno von Archimboldi alias Hans Reiter (ein Geistesverwandter Curzio Malapartes), verlieben sich dabei in wech­selnden Konstellationen und landen nach etlichen Reisen in Mexiko. Dort, in der wuchernden Wüstenstadt Santa Teresa alias Juarez Ciudad an der Grenze zu den USA, lebt ein weiterer Archimboldi-Kenner, Amalfitano, der philosophisch-künstlerische Experimente mit Büchern an Wäscheleinen veranstaltet.

Ebenfalls unterwegs in Santa Teresa ist der Boxsport-Reporter Oscar Fate aus Harlem, der sich einer ganz anderen Geschichte an die Fersen heftet, nämlich den real dokumentierten Morden an über 400 Frauen, zumeist Wanderarbeiterinnen, vor deren Aufklärung Justiz und Polizei kapitulieren.

Gigantischer Flickenteppich

Auch wenn sich «2666», das über tausendseitige Opus magnum des 2003 kurz vor seiner Voll­endung gestorbenen Chilenen Roberto Bolaño, in fünf Bücher gliedert, besteht es doch aus unzähligen großen und kleinen, mehr oder weniger miteinander verknüpften Erzählungen. Zusammen fügen sie sich zu einem gigantischen Flickenteppich, der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Juni 2014
Rubrik: Magazin, Seite 59
von Eva Behrendt

Weitere Beiträge
Mannheim: Alistair McDowall «Brilliant Adventures» (DE)

Der Duden meint, der Vorgang habe zur Folge, «dass jemand bis zur Unsichtbarkeit aufgelöst wird und an einen anderen (gewünschten) Ort gelangt, wo er wieder Gestalt annimmt». Aus der persönlichen Erfahrung kennt man das «Beamen» eher nicht, hat aber schon den Eindruck, es könnte ganz sinnvoll sein. Der Stress mit dem ICE zum Beispiel würde endlich der Vergangenheit...

Der mit der Musik tanzt

Sein Hauptberuf, schon lange: Professor für Zeitgenössische Kunst – unter anderem in Kalifornien, Stuttgart, seit 2006 in Wien. Doch für die meisten ist Diedrich Diederichsen Deutschlands berühmtester Pop-Theoretiker, auf Lebenszeit. Und für die Leserinnen und Leser dieser Zeitschrift ist er auch Analytiker sperriger Allianzen, etwa von Schlingensief und Wagner....

Nicht nur um der Kunst willen

Seit über einem Jahr wird verhandelt, aber ein Urteil ist nicht in Sicht. Der Prozess schleppt sich zäh durch tagelange Verhöre mit Handlangern aus dem Dunstkreis des rechten Untergrunds, die sich an kaum etwas erinnern können oder wollen. Akribisch gründlich arbeitet das Münchner Oberlandesgericht, um wenigstens jetzt Licht in das verbrecherische Schattendasein...