Kein Himmel auf Erden

Gesine Schmidt «Die Russen kommen» (U, Blue Box), Dennis Kelly «Waisen»

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Obwohl die Spielzeit am Nürnberger Staatsschauspiel mit «Paradiesische Zustände» überschrieben ist, herrscht auf den Bühnen die pure Angst: vor wirtschaftlichem Absturz, vor Überfremdung einerseits und vor gesellschaft­licher Ausgrenzung andererseits. Sieht so das Paradies aus?

Den Himmel auf Erden zumindest haben die meisten Erwachsenen und Jugendlichen erwartet, die Gesine Schmidt in ihrem Auftragswerk «Die Russen kommen» mehr porträtiert als agieren lässt.

Ihr dokumentarisches Spiel, das auf Interviews mit real existierenden Personen basiert, die dem ehemals real existierenden Sozialismus den Rücken gekehrt haben, versucht Beweggründe, alte und neue Existenz­umstände der sogenannten Russland-Deutschen begreiflich zu machen. Das ergibt einen nachdenklichen Erzählabend über Selbstbehauptung und Vorurteile, über Sehnsüchte nach
verlorenen Lebensformen und Gleichgültigkeit gegenüber Traditionen. Da träumen die mehr oder weniger in den goldenen Westen zwangsversetzten Alten von ihren verlassenen ruhigen Dörfern im hinteren Sibirien, von Nachbarschaft und Solidarität, und man spürt, wie ihnen der Kulturschock in den Gliedern schmerzt.

Da sind aber auch die Jüngeren, die Versprechungen ...

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Theater heute Dezember 2010
Rubrik: Chronik, Seite 53
von Bernd Noack

Vergriffen
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