Ritual für alle und von allen
1. Wald
Wir haben zwar keine Zahlen zur Hand, aber durchaus ein gewisses Bewusstsein davon, was zu viel ist, was nicht sparsam ist auf einer Bühne. Und immer, wenn wir so etwas sehen, lehnen wir es instinktiv ab. Zum Beispiel neulich im Schauspiel Stuttgart den riesigen Wald, der überraschend vom Bühnenboden heruntergelassen wurde – für gefühlte drei Minuten einer zweieinhalbstündigen «Räuber»-Inszenierung – und dann wieder dahin verschwand.Unser eigener Apparat, der von She She Pop, ist verglichen mit dem Schauspiel Stuttgart klein und schlank.
Wir waren immer stolz darauf. Jetzt beneiden wir den jungen Regisseur, zu dem der Freundeskreis des Schauspiel Stuttgart (so eine Art Aktionärs-Versammlung, nur ohne finanzielle Interessen) und die in der Öffentlichkeit stehende künstlerische Leitung, die den Wald vertritt, Ja gesagt haben. Wir beneiden den Bühnenbildner, der diesen Wald hat herstellen lassen dürfen. Und die vielen Angestellten, die daran im Rahmen ihrer Tarifverträge in ihrer Arbeitszeit arbeiten durften.
Die öffentliche Hand zeigt sich reich und großzügig, die öffentliche Hand arbeitet. Das Publikum (die öffentliche Hand) wirft einen Blick darauf für drei Minuten, auf ...
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Reale Utopien, Seite 14
von She She Pop
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