Rettung naht. Oder nicht.
Die Welt ist unübersichtlich geworden. Alles hängt mit allem zusammen. Und während mit der Vernetzung der Welt unsere Möglichkeiten theoretisch ins Unermessliche gewachsen sind, ist es gleichzeitig immer schwieriger geworden, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um an das zu gelangen, was man das «Gute Leben» nennen könnte. Oder wie es Amanda in «Die Welt mein Herz» auf den Punkt bringt: «Leben und ein bisschen Zukunft.»
Natürlich läuft diese Erkenntnis schnell Gefahr, zur gegenwartspessimistischen Binsenweisheit zu werden.
Der Autor Mario Salazar ist klug genug, das auch zu wissen, und hält sich in seinem neuen Stück nicht mit weltumspannenden Theoremen auf, sondern blendet mit harten Schnitten direkt hinein in das Leben seiner das Leben suchenden Figuren. Deren Geschichten blättert er für das Theater auf wie eine Filmstaffel in vier Folgen. Vorgeschichte war schon, Fortsetzung folgt. Salazars Figuren sind Randexistenzen, verstreut in der ganzen Welt, die mit wüstem, manchmal auch komischem Lebenshunger versuchen, die Verhältnisse zu verstehen oder wenigstens zu bestehen, in die sie hineingeworfen wurden.
Es eint sie der Wunsch nach mehr: nach mehr Glück, mehr Leben oder ...
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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 178
von Thomas Laue
Jalta? Verdammt, was war das noch? Traumhafte Kulisse, perfektes Welttheater. Was 1943 auf der Teheran-Konferenz arrangiert und 1945 in Potsdam umgesetzt wurde – in Jalta wurde schon mal darauf angestoßen. Ein Intermezzo, ein Treffen der «Großen Drei» bei kaukasischem Champagner. Ein PR-Coup Stalins, den Blick klar auf eine neue Weltordnung gerichtet. Diese hielt...
Bei den Autorentheatertagen des Deutschen Theaters Berlin konnte man im Juni eine reizende Szene erleben. Eine Dramatikerin saß im Dienste der Publikumsansprache auf dem Podium und ließ sich von einem Dramaturgen Fragen zur Person stellen. Die Routinefrage, wie sie denn für ihr neues Stück recherchiert habe, kontert sie mit einem amüsierten: «Das ist ein...
Sie ist noch nicht lange zurück aus Istanbul. Und sie sprudelt. Vor Empörung, vor Begeisterung. «Magie, reine Magie» hat sie vier Tage lang im Gezi-Park und am Taksim-Platz erlebt, und sie war dabei, mittendrin. Marianna Salzmann hatte gerade die SMS aus Mülheim bekommen, dass sie für «Muttersprache Mameloschn» den Publikumspreis der Mülheimer Stücke gewonnen...
