Ein postkolonialer Kampf
Was darf die Kunst? Alles! Weil sie ein Privileg ist.
Freiheit braucht Kunst. In der deutschen Gesellschaft kommt Kunst unter anderem die Aufgabe zu, kritisch zu sein. Und Gesellschaftskritik soll in einem demokratischen Gemeinwesen gefahrlos möglich sein: Nach Artikel 5 des Grundgesetzes – «Eine Zensur findet nicht statt» – ist staatliche Vorzensur untersagt.
Kunst braucht Freiheit. Dieser produktive und notwendige Freiraum der Kunst findet auf der Ebene des Rechts, in den Menschenrechten und den davon abgeleiteten Persönlichkeitsrechten seine Begrenzungen.
Das Strafgesetzbuch sieht Sanktionen insbesondere in Fällen vor, bei denen Gruppen oder Einzelne «böswillig verächtlich gemacht werden», «Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen beschimpft» werden.
In Deutschland gibt es eine erprobte juristische Praxis, Meinungsfreiheit und Persönlichkeitsrechte gegeneinander abzuwägen; die rechtliche Begrenzung der Freiheit der Kunst ist trotz regelmäßiger medialer Aufreger relativ stabil. Und auch die Notwendigkeit der rechtlichen Sanktionierung ist unstrittig. Beschimpfungen von Weltanschauungsgemeinschaften, Diffamierungen, Angriffe auf die Menschenwürde finden ...
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Theater heute Jahrbuch 2016
Rubrik: Grenzen der Kunstfreiheit, Seite 54
von Wagner Carvalho
Am 1. Mai 2014 starb Margot durch begleiteten Freitod in Basel. Wir, das Theaterkollektiv Markus & Markus, begleiteten sie bis zuletzt und standen auch dort mit unserer Kamera neben ihr, die uns wenige Wochen zuvor in ihrer Heimatstadt all ihren Bekannten als ihre Enkel vorgestellt hatte – und die sich soeben suizidiert hatte. Die Polizei traf ein, und es dauerte...
A
Ayad Akthar
The Invisible Hand (Schauspielhaus Bochum)
The Who and The What (Deutsches Schauspielhaus Hamburg)
Paul Auster
Mr. Vertigo (Theater Dortmund)
Alan Ayckbourn
Rondo (Theater Bielefeld)
Saphia Azzedine
Zorngebete (Theater Ulm)
Malin Axelsson/Karin Serres/Marianne Ségol
Rose Rose Rose (Theater der Jungen Welt Leipzig)
B
Michail Bartenjew und Alexej...
Das Gorki Theater in Berlin gibt dem Zentrum für politische Schönheit Gelegenheit, auf die Flüchtlingsfrage drastisch hinzuweisen. Die Politik soll dazu bewegt werden, ein Gesetz abzuschaffen, «das eine Schande für dieses Land und Europa darstellt». Vier Tiger waren für zwölf Tage vor dem Theater untergebracht, Menschen sollten sich finden, die bereit wären, sich...
