Jenseits von Gut und Schön
Der Titel lässt an süddeutsche Provinz denken, Fachwerkidylle und Kleinstadtenge. Doch damit liegt man natürlich völlig daneben, wie mit so vielen Erwartungshaltungen an diesem in mancherlei Hinsicht überraschenden Abend. Zunächst einmal ist es schon erstaunlich, dass der belgische Tanztheatermacher Alain Platel, bestens vernetzt mit einschlägigen Produktionshäusern und Festivals, die Uraufführung seiner neuesten Kreation auf einer deutschen Stadttheaterbühne herausbringt.
Und wäre Johan Simons, Noch-Intendant der Münchner Kammerspiele und designierter Heimkehrer ans NT Gent, nicht seit Langem mit dem in Gent geborenen und nach wie vor dort arbeitenden Platel befreundet und hätte Simons’ Ehefrau, die wunderbare niederländische Schauspielerin Elsie de Brauw, nicht den Wunsch geäußert, einmal zusammen mit Platel und den Tänzern seiner Kompagnie Les ballets C de la B eine Inszenierung zu erarbeiten, wäre es wahrscheinlich auch nie dazu gekommen.
Nun steht sie da, Elsie de Brauw, schmal und aufrecht, mitten in einem Meer aus bunten Klamotten, das die ganze Bühne bedeckt, und schimpft Unverständliches in ein Mikrofon in einem kehligen Kauderwelsch, das manchmal an Portugiesisch ...
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Theater heute März 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 12
von Silvia Stammen
Und auf einmal bricht die Inszenierung auf. Auf einmal sind die Rollen nicht mehr eindeutig verteilt in Milo Raus «Moskauer Prozessen», dem Reenactment dreier Gerichtsverhandlungen der reaktionär-religiösen russischen Staatsmacht gegen ein liberales, provokatives Kunstverständnis. Erst tauchen Sicherheitskräfte am Performanceort auf, sie kontrollieren die...
2./Sonntag
23.30, ARD: Auf der Suche Fernsehfilm (2011) Buch und Regie Jan Krüger, mit Corinna Harfouch u.a.
4./Dienstag
22.45, ARD: Erika Pluhar – Trotzdem. Mein Leben Film von Sigrid Faltin
9./Sonntag
11.05, 3sat: Robert Walser – ein Poetenleben Biel 1878 – Herisau 1956
Film (2003) von Ernst Buchmüller
11./Dienstag
20.15, 3sat: Ein halbes Leben Fernsehfilm (2008) von...
Der Regisseur hatte so eine Ahnung. Als der Schauspieler auf der Probe schlapp machte, schickte er seinen quirligen Assistenten hinauf, der sich mit Verve in die Szene schmiss, und dem Regisseur stand der Mund offen. Der Regisseur war Gerd Heinz, und der gedrehte Assistent Hans Christian Rudolph, Spross einer gerühmten Theaterfamilie. Schluss mit Regie also. Dafür...
