Die Entzauberung der Avantgarde
Vor das Entree der Bochumer Jahrhunderthalle schiebt sich wie ein Keil ein zehn Meter hoher schmaler, lichtweißer Treppenbau, der gleich von den Besuchern bunt besetzt wird. Die von Mischa Kuball entworfene Frei- und Showtreppe sorgt gewissermaßen für eine Umkehrung der Verhältnisse.
Nicht Stars und Künstler absolvieren auf dieser «Agora Arena» ihren Auftritt, sondern das Publikum nimmt auf der steilen Rampe den Beobachterposten ein, ganz gemäß dem Willen von Ruhrtriennale-Intendant Heiner Goebbels nach einer demokratischen, vorurteils- und voraussetzungsfreien Betrachtung der Aufführungen. Und mehr als das: Man wird animiert, Akteur oder wenigstens sein eigener Imaginations-Produzent zu sein. Dabeisein auf Augenhöhe.
Das NRW-Festival feiert sich unter seinem vierten Intendanten in dessen zweiter Saison als fröhliche Kulturwissenschaft. Nicht ohne parallel den Arbeits- und Werkcharakter zu betonen und sich auf das Malochertum im Revier zu beziehen. Das 20-köpfige Kölner Ensemble «musikFabrik» in der von Goebbels selbst eingerichteten, in Europa erstmals gezeigten Produktion von Harry Partchs ritualartiger Komposition «Delusion of the Fury» von 1966 trägt Arbeitskluft und Helme mit ...
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Theater heute November 2013
Rubrik: Festival, Seite 30
von Andreas Wilink
Theater kann man nicht losgelöst von seinem Ort machen», erklärt Piotr Kruszczynski und lehnt sich auf seinem rustikalen Holzstuhl zurück. Seit September 2011 leitet der 46-Jährige das Teatr Nowy in Poznan, ein traditionsbewusstes Haus, mit großem Freundeskreis im älteren und ökonomisch gut situierten Bürgertum. Die Auslastungs–zahlen sind traditionell gut, das...
1./Freitag
17.25, 3sat: Das Shakespeare-Rätsel Dokumentation von Eike Schmitz
6./Mittwoch
22.50, arte: Liv Ullmann – Eine Nahaufnahme Dokumentation (2013) von Georg Maas
23.45, arte: Herbstsonate Spielfilm (1978) von Ingmar Bergman, mit Liv Ullmann, Ingrid Bergman u.a.
9./Samstag
21.35, 3sat: Hesse – Wagner – Mann Dokumentation von Theo Roos
10./Sonntag
12.25, 3sat:...
In der Nacht zum fünfzehnten August, etwa ein Monat vor seinem Tod, erzählte mir Otto Sander im Traum, daß sein erster Auftritt in der darstellenden Kunst bereits 1941, kurz nach seiner Geburt, stattgefunden habe. An der Seite des damals berühmten Paul Kemp sei er in den Anfangssequenzen eines Ufastreifens das schreiende Baby, ein Findelkind, gewesen, das den...
