Liebe ist nur ein Mord
Hassan ist sechzehn Jahre alt und lebt, wie viele Menschen ausländischer Herkunft, in Essen-Katernberg. Hassan ist in Essen geboren. Liebe, sagt er, ist für ihn das Wichtigste im Leben. Deshalb hat es ihm das Herz gebrochen, als seine Freundin Angelika ihm eines Tages per SMS die Beziehung aufkündigte. Seitdem findet Hassan: «Liebe ist nur ein Mord». Diesen Spruch hat er sich sogar auf sein T-Shirt drucken lassen. Er knöpft seine Jacke auf und zeigt es stolz vor. Das junge Publikum in der «Casa», der Studiobühne des Essener Schauspiels, ist begeistert.
Und dann singt Hassan ein herzzerreißendes Liebes- und Abschiedslied: «Siehst du nicht, dass ich ohne dich nicht kann …»
Wir sehen, dass Hassan auch ohne Angelika dem Affen ganz schön Zucker geben kann. Theater als Therapie und Kompensation von Verlusterfahrungen: auch das. Hassan und die 19 anderen Jugendlichen sind nämlich keine erfundenen Figuren. Sie erzählen in «Homestories» von sich selbst, vom Leben in den Randbezirken der Stadt Essen, von ihren Wurzeln im Libanon, in der Türkei, in Angola und anderswo. Sie erzählen vom ewigen Warten an der Bushaltestelle – «Man weiß nie, ob der 187er schon weg ist» – und vom Profit, der sich ...
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