Der Hype und seine Möglichkeiten
Es gibt im Leben mitunter merkwürdige Zeitschleifen. Zum Abschluss des ersten (und bisher einzigen) Kongresses der Theaterautoren 1991 in Essen wurde seinerzeit ein Forderungskatalog veröffentlicht, der neben einer Klassikerabgabe zugunsten zeitgenössischer Autoren auch die seltenen «Nachspiele» einmal uraufgeführter Werke beklagte sowie die Nischenexistenz der Neuen Dramatik in den Studiobühnen.
Wenn man nun gut fünfzehn Jahre später die «Ersatztheater»-Schelte des Henschel-Lektors Frank Kroll liest, könnte man meinen, nichts hätte sich seitdem in Sachen Autorenförderung getan, außer dass die «Theaterkaufleute» unter dem Vorwand des «Kostendrucks» den Dramatikern inzwischen auch noch den letzten Cent Tantieme vorenthalten. Natürlich hätte niemand etwas gegen eine Verbesserung der Einnahmesituation der Autoren. Nur leider zeichnet Kroll ein völlig verzerrtes Bild der tatsächlichen Lage und wischt mal eben handstreichartig die Arbeit von vielen, durchaus auch mühsamen Jahren der Dramatikerförderung vom Tisch.
Mühe und Sorgfalt statt Ausverkauf
Aus seiner Sicht handelt es sich bei den Theatern samt und sonders um uraufführungswütige, textdeflorationsgeile ...
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