Was passierte am Hauptbahnhof?
Treffpunkt Münchner Hauptbahnhof, 16 Uhr am Haupteingang. Stattfinden soll hier in Kürze das Happening «Hello/ Goodbye» von Allan Kaprow aus dem Jahr 1978, reanimiert von Studenten der Theaterwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität als posthume Geisterbeschwörung beziehungsweise, wie man das heute nennt, als «Re-enactment» – eine Technik die sich als detailgetreue Wiedergabe auf Schlachten, Kriminalfälle und andere historisch relevante Ereignisse anwenden lässt.
Warum also nicht auf Happenings? Oder ist die geplante Wiederholung einer Aktion, die sich in ihrem Wesen auf Unmittelbarkeit und Vergänglichkeit beruft, ein unauflösliches Paradox?
Seit dem Sommersemester bewegt sich die eigens zu diesem Zweck gegründete Gruppe «OKA» (die Abkürzung lässt sich je nach Bedarf ergänzen), hervorgegangen aus dem Performance-Seminar des Münchner Theaterwissenschaftlers Jörg von Brincken, auf den Spuren des im April 2006 verstorbenen Meisters der Aktionskunst und hat bereits ein halbes Dutzend Happenings recycelt, darunter so sanfte Selbsterfahrungstrips wie «Easy», die sich problemlos in einen Spaziergang an der Isar integrieren lassen. Die Zen-meditative Anweisung dazu aus dem Jahr ...
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Was man schon immer vermutet hat: Fade ist’s im Paradies, auch im künstlichen und gerade da. Mit Musical-Mitteln versucht das Grips-Theater dagegen anzukämpfen. Volker Ludwig, Direktor und Hauptautor des Theaters seit vier Jahrzehnten, hat Aldous Huxleys Roman «Brave New World» (1932 zuerst erschienen) in knappe Dialoge und effektsicher gereimte Songtexte gefasst;...
Irgendetwas fehlt. Warum Herr Hering immer noch am Tisch sitzt, ist ihm am allerwenigsten klar. Ernst Stötzner guckt so freundlich selbstfremd und antriebsschwach in die Runde, als ob er gerade seine bessere Gehirnhälfte verlegt hätte. Ein Blick von schärfster Klarheit und sympathischer Leere, der die Welt mit ganz neuen Augen sieht. Sitzenbleiben? Weitertrinken?...
Du bist unwiderstehlich und kannst jedes Spiel gewinnen.» Der Satz steht nicht nur in den Glückskeksen der überzeugten Singles Jana und Tom, was die beiden WG-Partner in Katharina Schmidts Zeitgeist-Stück «Maxi-Singles» zu einem geradezu irrwitzigen Wettstreit in Sachen One-Night- (besser: One-Hour-)Stands anstachelt. Der Satz schien bislang auch über der Karriere...
