Das große Nicken
Das neue Gorki brummt. Jeder einzelne Abend sei ausverkauft, strahlt Chefdramaturg Jens Hillje. Das Publikum ist um gefühlte zwanzig Jahre verjüngt. Nicht nur an diesem Abend, zweite Vorstellung von Falk Richters «Small Town Boy», mit dem das sehr gezielte Anpeilen von (riesengroßen) Randgruppen, die das Gorki unter Shermin Langhoffs Intendanz seit November konsequent verfolgt, um eine neue Nische erweitert wird: die Gay Community, die sich im schon ewig vom bekennenden Schwulen Wowereit regierten Berlin allzu ausgegrenzt vielleicht doch nicht fühlt.
Denkt die heterosexuelle deutsche Mutter, als die sich die Kritikerin ausnahmsweise zu erkennen geben muss.
Ja, Falk Richters Outing-Abend schreit nach dem persönlichen Outing des Betrachters. Denn ob man Mann oder Frau, homo- oder heterosexuell, kinderreich oder -los ist, dürfte eine nicht ganz kleine Rolle spielen, wie angesprochen oder unbehaglich, empört oder begeistert man diesem sehr expliziten und sehr polemischen Abend gegenübersitzt, eingebettet in die vor Zustimmung jubelnde Zielgruppe.
Ein assoziatives Projekt
Vor dem Eisernen geht es auf der Stelle zur Sache: zum Vorspiel. Das ein Nachspiel ist, wie vieles an diesem Abend, ...
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Theater heute März 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 19
von Barbara Burckhardt
Das hätte Matthias Hartmann wohl nicht gedacht, dass ihm ausgerechnet bei einer seiner eigenen Inszenierungen das Lachen vergeht. Eigentlich eine sichere Pointe, wenn in Tschechows «Onkel Wanja» jener Revisor angekündigt wird, der in Gogols Komödie für Angst und Schrecken und vor allem für jede Menge Peinlichkeit sorgt. Schauspielerin Caroline Peters meinte jüngst...
Der Titel lässt an süddeutsche Provinz denken, Fachwerkidylle und Kleinstadtenge. Doch damit liegt man natürlich völlig daneben, wie mit so vielen Erwartungshaltungen an diesem in mancherlei Hinsicht überraschenden Abend. Zunächst einmal ist es schon erstaunlich, dass der belgische Tanztheatermacher Alain Platel, bestens vernetzt mit einschlägigen...
Nein, «Pommerat» ist keine Champagnermarke. Es klingt nur so. Joël Pommerat kommt auch nicht aus Reims, sondern aus Roanne am Zentralmassiv, wo er 1963 geboren wurde. Sec und gelegentlich extra brut sind seine Stücke, und seit einer Weile ist Pommerat auch so was wie eine Marke im hexagonalen Theaterbetrieb. Seine Theatertexte und Inszenierungen zeigen sich...
