«Preto», nicht weiß, eine Produktion des Regisseurs Marcio Abreu; Foto: Lenise Pinheiro

Die Hexenver­brenner

Ein aggressiver Neo-Rassismus macht Brasiliens Künstlern und Minderheiten zu schaffen, die keine Minderheiten mehr sind

Theater heute - Logo

Unfassbare Szenen spielten sich ab an der Rua Clelia in Sao Paulo. Hier ist die SESC-Filiale zu Hause. Der «Servico So­cial de Comercio» ist der Sozial- und Kultur-Service der nationalen Handelskammer und die mit Abstand wichtigste Institution zur Förderung von Kultur in Brasilien. Die Tagung im SESC beschwor «Das Ende der Demokratie» – ein durchaus angriffslustiger Titel eineinhalb Jahre nach dem parlamentarischen Putsch, der die gemäßigt linke und 2014 legitim gewählte Präsidentin Dilma Rousseff aus dem Amt trieb.

Diese Putschisten haben ambitionierten Hilfstruppen, die mit Moral-Vorstellungen aus früheren Jahrhunderten immer neue Wellen aus Ressentiment, Hass und Rassismus speziell über die Künste, Künstlerinnen und Künstler spülen. Am SESC etwa nahmen sie die amerikanische Gender-Soziologin Judith Butler aufs Korn – eine Puppe aus Pappe bekam ein Bild von ihr als Gesicht umgehängt und wurde verbrannt.

Hexenverbrennung 2017 – genau so war das gemeint. Auch Danilo Santos Miranda fehlen da die Worte; er ist Kulturchef von SESC und gilt vielen als der eigentliche Kulturminister des Landes – nach dem politischen Putsch sieht er, wie der Aufschwung der Rechten weltweit speziell in ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Januar 2018
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Michael Laages

Weitere Beiträge
Hannover: Interessante Geschäftsmodelle

Da der gemietete Supermarkt bei ihrer geilen Party verwüstet wurde, brauchen Amanda, Carlo, Lola und Vince dringend Geld. Die Lage verschärft sich, weil plötzlich Amandas todkranker Opa im Einkaufswagen liegt, der gepflegt werden muss. Die vier hippen Twentysomethings müssen also unternehmerisch ganz schön über sich hinauswachsen. Zuerst wollen sie das Sorgerecht...

Daten (01 2018)

Aachen, Grenzlandtheater

30. Enrico, Paulette

R. Uwe Brandt

 

Aachen, Theater

18. Massini, Ichglaubeaneinen­einzigengott.hass

R. Matthias Fuhrmeister

26. Ambjørnsen, Hellstenius und Næss, 

Elling

R. Sebastian Martin

27. Zeh, Unterleuten

R. Marcus Lobbes

 

Aalen, Theater der Stadt

21. Maar, Kikerikiste

R. Winfried Tobias und Ensemble

 

Ansbach, Theater...

Freiburg: Stänkern und stümpern

Jeden Dienstag Blutwursttag. Und hintennach Theater. Das ist ein bisschen viel Event für ein Kaff wie Utzbach – oder «Uuhtzbach», wie Bruscon den Ortsnamen auszuspucken pflegt, wohl um seine Geringschätzung dafür auszudrücken, dass es ausgerechnet ihn, den Staatsschauspieler, zum Gastspiel in den hiesigen «Schwarzen Hirsch» verschlagen hat. 

Der Dorffestsaal, den...