hop fertig

Hörspiel und Bühne aus dem Geist des Meisters: Eine akkurate Beckett-Inszenierung von Oliver Sturm an den Berliner Sophiensælen

Theater heute - Logo

Die Texte des späten Beckett gelten als spröde und dem Theater schwer zugänglich. Die Prosa ist auf minimale, nicht mehr erzählend verbundene Sinneinheiten reduziert, während die Stücke Drama nur noch als Schwundstufe und selten den absurden Witz erkennen lassen, der «Godot» und «Endspiel» weltweit auf die Bühnen gebracht hat. Rein praktisch kommt dazu, dass man erst mal eine Idee für die Kombination verschiedener kleiner Texte haben muss, um überhaupt ein abendfüllendes Programm anbieten zu können.

Oliver Sturm hat in den Berliner Sophiensælen ein Beckett-Trio inszeniert, für dessen Vorbereitung er auf Erfahrungen in anderen Metiers zurückgreifen konnte. 1994 veröffentlichte er das Buch «Der letzte Satz der letzten Seite ein letztes Mal», in dem er sich auf Becketts Stücke als «Aushöhlen einer Form» konzentriert und dafür das Miniaturdrama «Tritte» als Beispiel für ein «Theater des Bewusstseins» vorstellt. Zum anderen inszenierte Sturm im vergangenen Jahr die beiden Prosatexte «Bing» (1966) und «Losigkeit» (1969) als Hörspielmonologe mit Graham F. Valentine und Traugott Buhre im Vorgriff und als Verschränkung mit seinem Theaterprojekt.

 

Strenge Geometrie

Unter dem Titel «Residua» ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute April 2006
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Thomas Irmer

Vergriffen
Weitere Beiträge
Bitte nicht streicheln!

Das Burgtheater feiert Geburtstag. Im Herbst vor genau fünfzig Jahren wurde das im Krieg ausgebrannte Haus wieder eröffnet. Aus gegebenem Anlass stehen in der Jubiläumsspielzeit 05/06 dieselben vier Stücke wie damals auf dem Spielplan. Die Geschenkidee ist nicht sonderlich originell, aber naheliegend: Ein Theater feiert Jubiläum, indem es das macht, was es ohnedies...

Mehr Fleisch

So richtig politisch korrekt sieht diese Freitag-Skulptur ja nicht gerade aus. Der aus dem Jugendbuchklassiker «Robinson Crusoe» bekannte Ex-Kannibale, dem der Bühnenbildner Marc Warning auf der Bühne der Münchner Kammerspiele ein raumfüllendes Denkmal setzt, ist dem einsamen Urvieh King Kong wie aus dem Gesicht geschnitten: dieselben traurigen Hängeschultern,...

Ein Artefakt vom ersten Satz an

Barbara Burckhardt Seit Ihrem Episodenfilm «Lichter» (s. TH 4/03) haben Sie verstärkt und wohl mehr als jeder andere deutsche Filmregisseur mit Theaterschauspielern gearbeitet. Manche haben Sie erst fürs Kino entdeckt, wie August Diehl für das Hacker-Drama «23», der auch in «Lichter» spielte, zusammen mit Devid Striesow, den wir vorher auch nur aus dem Theater...